Sie sind hier:

Überhöhte Preise - Kartellamt kritisiert Lufthansa für Preisgestaltung

Datum:

Nach der Air-Berlin-Insolvenz stiegen die Preise für Inlandsflüge, jetzt rügt das Kartellamt die Fluglinie. Der Konzern könne sich nicht "hinter Algorithmen verstecken".

Die insolvente Fluggesellschaft Niki soll offenbar an die British-Airways-Mutter IAG gehen. Zu den Hintergründen ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Im Streit um möglicherweise überhöhte Ticketpreise hat das Bundeskartellamt der Lufthansa einen Dämpfer verpasst. Die Argumentation der deutschen Fluglinie, sie habe die Preise nicht erhöht, sondern das computerbasierte System habe diese automatisch der gestiegenen Nachfrage angeglichen, wollte der Präsident des Kartellamts in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" nicht gelten lassen.

Preise nicht "im Himmel vom lieben Gott geschrieben"

Unternehmen könnten sich nicht hinter Algorithmen verstecken, sagte Andreas Mundt. Diese würden schließlich nicht "im Himmel vom lieben Gott geschrieben". Das Bundeskartellamt hat die Prüfung der Preisgestaltung der Lufthansa nach dem Aus des Konkurrenten Air Berlin aber noch nicht abgeschlossen. "Wir hatten viele Beschwerden von verschiedenen Seiten und nehmen uns deshalb der Sache an. Dazu befragen wir die Lufthansa und viele andere", sagte Mundt.

Danach werde entschieden, ob es auch ein Verfahren geben werde. Der Kartellamtspräsident räumte ein, dass in einer Marktwirtschaft bei einem knapperen Angebot und weiterhin hoher Nachfrage die Preise steigen. Das sei nach dem Ausscheiden der Air Berlin der Fall gewesen. "Die Frage lautet nun: Ist eine Schwelle übertreten worden, ab der Lufthansa ihre neue Macht missbraucht und die Preise unangemessen heraufsetzt?" Das werde jetzt geprüft.

Lufthansa weist Vorwurf zurück

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat den Vorwurf wiederholt zurückgewiesen und die hohen Durchschnittspreise vor allem bei Inlandsflügen mit dem knapperen Angebot begründet. "Von 140 ehemaligen Air-Berlin-Flugzeugen stehen 90 am Boden. Wir haben nicht genug Flugzeuge, um die Folgen dieser Sondersituation abzufedern", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Schon im Januar erwarte er wieder sinkende Ticketpreise, auch weil Konkurrenten wie Easyjet neue innerdeutsche Verbindungen auflegen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.