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460.000 Geräte beschlagnahmt - Bundesnetzagentur kämpft gegen Elektro-Ramsch

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Von Puppen, die Kinder überwachen, bis zu Funksteckdosen, die Feuer fangen können: Die Bundesnetzagentur hat 2017 Hunderttausende verbotene Elektroprodukte vom Markt genommen.

Rauchmelder mit eingebauter Videoüberwachung, Armbanduhren, mit denen sich Gespräche aufzeichnen und mithören lassen, oder Puppen, mit denen sich das Kinderzimmer überwachen lässt: Für Überwachungsfetischisten bietet das Internet so gut wie alles. Legal ist das allerdings nicht.

Diese Artikel beschlagnahmte die Bundesnetzagentur 2017

Solche Produkte aus dem Verkehr zu ziehen, ist Aufgabe der Bundesnetzagentur. Und nicht nur solche Produkte: Billige Handyladegeräte, die überhitzen, oder deren Kontakte nicht ausreichend isoliert sind. Radiowecker, deren Signal den Funk am Flughafen stört, oder Kopfhörer, mit denen sich der Polizeifunk abhören lässt. 90 Mitarbeiter der Behörde stöbern solchen Produkten nach, nehmen sie aus dem Verkehr und prüfen, wer sie in Umlauf gebracht hat. Sie machen Stichproben im Einzelhandel, laufen über Produktmessen, Trödelmärkte, besuchen kleine Handyläden.

460.000 unsichere Elektrogeräte hat die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr vom Markt genommen - ein Bruchteil dessen, was an verbotenen Geräten insgesamt auf dem Markt ist. Wie viele solcher Elektrogeräte in deutschen Haushalten kursieren, sei seriös nicht zu schätzen, sagt Fiete Wulff von der Bundesnetzagentur gegenüber heute.de. Es sei ein "Kampf gegen Windmühlen", erklärt er - obwohl der Zoll die Bundesnetzagentur kräftig unterstütze. Das Problem sei vor allem der explodierende Online-Handel, der nicht überschaubare Mengen an Ramsch-Produkten auf den Markt spüle.

Die Zahlen schwanken jedes Jahr und sind wenig aussagekräftig. 2016 waren es mehr als doppelt so viele Geräte als im Jahr darauf. Mal wurde ein Container mit Tausenden verbotenen Importen mehr entdeckt, mal einer weniger. Und der Aufwand ist riesig. Einzelne Funksteckdosen müssen beispielsweise im Messlabor überprüft werden. Dabei fangen viele von ihnen Feuer. Allein der anschließende Schriftwechsel dauert Wochen - und die Billigteile werden millionenfach produziert und importiert.

"Der Besitz solcher Produkte ist verboten"

Für jedes vom Markt genommene Gerät wird überprüft, wo es herkommt, wer es bestellt hat, wer der sogenannte Inverkehrbringer ist. "Wir gucken uns die gesamte Lieferkette an", sagt Uwe Saalmann der Deutschen Presse-Agentur. Er fahndet seit Jahren für die Bundesnetzagentur nach unsicheren Elektrogeräten.

"Inverkehrbringer" ist derjenige, der die Ware bestellt - entweder für sich selbst, oder zum Weiterverkauf. "Der Besitz solcher Produkte ist verboten", sagt ein Sprecher der Bundesnetzagentur. Doch welche Konsequenzen drohen, ist immer unterschiedlich. "Da gehen wir mit Augenmaß vor", sagt Saalmann. Häufig ist es für den Käufer schon teuer genug, wenn die Bundesnetzagentur die Billig-Smartwatch einzieht.

Augenmaß lassen die Marktwächter selbst bei großen Handelsketten walten, wenn sich in deren Regalen verbotene Ramsch-Produkte finden. "Von Mutwilligkeit kann dabei in der Regel keine Rede sein", sagt Saalmann. Häufig handele es sich um Produkte, die für Sonderaktionen einmalig bestellt worden seien und bei denen in der Hektik nicht genau hingesehen werde. Dennoch: "Bei vielen Händlern wissen wir schon vorher, dass wir auf jeden Fall was finden werden", sagt er. "Da sind wir schon alte Bekannte."

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