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Steinmeier in Ghana und Gambia - Aufbauhilfe gegen Flucht nach Europa

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Bundespräsident Steinmeier bereist Ghana und Gambia. Aber die Suche nach einer Regierung in Berlin verfolgt ihn auch hierhin. Dabei sind die afrikanischen Themen auch sehr wichtig.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Ghana
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Ghana Quelle: dpa

Ganz leicht fällt es ihm sicherlich nicht, in diesen Zeiten, in denen in Berlin verzweifelt eine Regierung gesucht wird und er dabei eine entscheidende Rolle spielt, mal wieder auf Reisen zu gehen. Aber Frank Walter Steinmeier hatte sich fest vorgenommen, dieses Jahr noch nach Afrika zu reisen. Doch in Ghana, weit weg von Berlin, gibt es immer wieder Fragen zur Regierungsbildung, und hier äußert er sich immerhin, bricht sein tagelanges Schweigen, allerdings ohne wirklich viel zu sagen: Ob er Union und SPD ein Zeitlimit gesetzt habe, dazu nur so viel: Es sei schon schwer vermittelbar, wenn es jetzt noch ewig lange dauern würde. Ob er Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung bevorzugen würde, dazu dann kein Kommentar mehr.

Erst Ghana, dann Gambia

Und so wird es wohl weiter gehen, mit den Fragen nach Berlin in Afrika, dabei gibt es hier doch viele weitere wichtige Fragen. Es sind knapp vier Tage, erst im Vorzeigeland Ghana, der gefestigten Demokratie, danach das Gegenteil: Gambia, gerade im Wandel begriffen von einer Diktatur zur Demokratie, noch ohne wirklich gefestigte Regierung, ohne Infrastruktur.

In Ghana war Frank Walter Steinmeier schon zweimal in seiner Funktion als Außenminister. Der Präsident Nana Akufo-Addo bezeichnet ihn als guten Freund, man kennt sich, man traf sich mehrfach, beide in jeweils ähnlichen Funktionen, als Oppositionsführer, als Außenminister und jetzt eben als Präsident des jeweiligen Landes. Immer wieder gab es Treffen auf internationalen Konferenzen, dieses Jahr auch in Berlin.

Arbeitsplätze schaffen gegen die Flucht nach Europa

In Ghana geht es vor allem darum auszuloten, wie Deutschland beim wirtschaftlichen Aufbau helfen kann, DHL und Thyssen Krupp haben bereits Dependancen hier, eine große Wirtschaftsdelegation und Wirtschaftsministerin Zypries führen entsprechende Gespräche. Zusammenarbeit vor allem im Bereich erneuerbarer Energien und beim Thema Infrastruktur sind denkbar, Straßen- und Eisenbahnbau, das will man nicht nur den Chinesen überlassen.

Denn klar ist auch, je mehr Jobs es hier gibt, desto weniger junge Leute begeben sich auf die Flucht nach Europa. Bundespräsident Steinmeier warnte heute ausdrücklich vor der gefährlichen Flucht, vor den schrecklichen Lagern in Libyen.

Sie wollen einen Job in ihrer Heimat

Ein Weg zu mehr Jobs ist die duale Ausbildung, das deutsche Erfolgsmodell, das sie auch hier in Ghana anwenden wollen. Bei der Scania-Niederlassung in Accra gibt es das bereits, viel zu wenig bisher, aber ein Anfang. Der Bundespräsident informiert sich vor Ort, spricht unter anderem mit Rodny, Jeblau und Adam, sie sind drei von vielen weiteren jungen Männern aus Ghana, die bei der Firma Scania zum Elektriker ausgebildet werden. Die Firma Bosch leitet hier zudem Ghanaer an, die dann wiederum junge Lehrlinge ausbilden. Denn für all die jungen Lehrlinge ist klar, keiner von ihnen will weg hier, sie alle wünschen sich eine Ausbildung, einen Job in ihrer Heimat.

Es ist wie so oft bei diesen Reisen deutscher Politiker: Es werden viele Absichtserklärungen unterschrieben, für bessere Bildung, für bessere Ausbildungen, für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit. Doch damit mehr daraus wird, muss sowohl in Ghana als auch in Gambia noch viel getan werden.

Ab Freitag geht es wieder um die Regierung in Berlin

Ab Freitag ist der Bundespräsident zurück in Berlin und wird voraussichtlich aufs Tempo drücken bei der Regierungsbildung, auch nicht leicht, aber sicherlich schneller lösbar als die Aufgabe, wirkliche Perspektiven für die jungen Männer in Ghana zu schaffen und damit die Zahl der Flüchtlinge nach Europa zu reduzieren.

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