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Berlin weist griechische Forderung zurück

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Reparationszahlungen - Berlin weist griechische Forderung zurück

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Für beide Seiten ist es ein sensibles Thema. Die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs finanziell ausgleichen - dafür zeigt die Bundesregierung zwar Verständnis, bleibt aber strikt.

Das griechische Parlament am 17.04.2019 in Athen
Das griechische Parlament debattiert erneut über Reparationsforderungen an Deutschland.
Quelle: reuters

Die Bundesregierung hat neue griechische Reparationsforderungen für die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg entschieden zurückgewiesen. "Die Haltung der Bundesregierung ist unverändert: Die Frage nach deutschen Reparationen ist juristisch wie politisch abschließend geregelt", sagte ein Regierungssprecher.

Wir wissen um die große Schuld, um das große Leid, das Deutschland und Deutsche zu Zeiten des Nationalsozialismus über Griechenland gebracht haben.
Steffen Seibert, Regierungssprecher

Die Regierung in Berlin stützt sich auf den 1990 zur Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte bereits am Mittwoch betont, dass sich Deutschland seiner historischen Verantwortung bewusst sei. "Wir wissen um die große Schuld, um das große Leid, das Deutschland und Deutsche zu Zeiten des Nationalsozialismus über Griechenland gebracht haben." Deshalb bemühe man sich um gute Beziehungen zum Euro- und EU-Land Griechenland als "Freunde und Partner".

Tsipras: Der richtige Zeitpunkt

Das griechische Parlament hatte am Mittwochabend beschlossen, von Deutschland offiziell Reparationszahlungen für die Kriegsschäden und -verbrechen im Zweiten Weltkrieg einzufordern. Es geht einer griechischen Expertenkommission zufolge um bis zu 290 Milliarden Euro. Mit großer Mehrheit stimmte das Plenum für eine Vorlage des Parlamentspräsidenten Nikos Voutsis, mit der die griechische Regierung aufgefordert wird, alle notwendigen diplomatischen und rechtlichen Schritte einzuleiten.

Es ist ein historisch, ethisch und emotional beladenes Thema. Wir haben jetzt die Chance, dieses Kapitel zu schließen.
Alexis Tsipras, griechischer Ministerpräsident

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras erklärte, er habe das Thema nicht mit der schweren Finanzkrise der vergangenen Jahre und den Schulden des Landes verquicken wollen. Jetzt aber, nach dem Ende der internationalen Hilfsprogramme, sei der richtige Zeitpunkt.

"Es ist ein historisch, ethisch und emotional beladenes Thema", sagte er. "Wir haben jetzt die Chance, dieses Kapitel zu schließen." Wichtig sei ihm, mit Deutschland auf Augenhöhe und freundschaftlich zusammenzukommen. Eine Expertenkommission hatte vor drei Jahren Zahlungen in Höhe von bis zu 290 Milliarden Euro errechnet.

Jahrzehnte alte Schuld

Die deutsche Wehrmacht hatte Griechenland im Zweiten Weltkrieg 1941 besetzt. Zehntausende Griechen wurden im Kampf gegen die deutschen Besatzer oder bei Vergeltungsaktionen der Wehrmacht getötet. Die griechische Seite möchte zudem einen Ausgleich für eine Zwangsanleihe, die die griechische Nationalbank 1942 auf deutschen Druck ausgeben musste.

Mehr zu den griechischen Forderungen:

Kriegsschäden aus beiden Weltkriegen -
Athen will Reparationszahlungen fordern
 

Das griechische Parlament hat am Mittwochabend dafür gestimmt, Reparationsforderungen an Deutschland für Kriegsschäden aus beiden Weltkriege zu stellen.

Videolänge:
1 min
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