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Nach Trumps Entscheidung - Bundesregierung will an Atomdeal festhalten

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Auch ohne die USA muss der Atomdeal mit Iran bestehen bleiben, fordert Außenminister Maas im ZDF. Das sei auch im Interesse Irans, das "eine wirtschaftliche Perspektive" brauche.

"Wir sind der Auffassung, dass nicht nur wir ein Interesse daran haben, dass dieser Atomvertrag bestehen bleibt, sondern auch der Iran", sagt Außenminister Heiko Maas am Abend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Der Iran braucht eine wirtschaftliche Perspektive", und deshalb wolle man mit allen Partnern daran arbeiten, den Vertrag aufrecht zu erhalten. Er sei da "ganz zuversichtlich", so der SPD-Politiker.

Keine Atomwaffen für den Iran

Auch ohne die Vereinigten Staaten wolle man dieses Atomabkommen "am Leben erhalten, weil wir glauben, es schafft mehr Sicherheit im Mittleren und Nahen Osten", sagt der Außenminister. "Denn wenn wir auch noch aussteigen würden, dann wäre der Deal gänzlich am Ende, und dann weiß keiner, was dann kommt."

Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betont, ein Festhalten an dem Atomabkommen mit Iran bedeute, "dass der Iran weiterhin keine Atomwaffen entwickelt". Das sei das Ziel, an dem gemeinsam mit Franzosen und Briten, aber auch mit den Iranern gearbeitet werden müsse, sagt er im ZDF.

Europa muss mehr zusammenstehen

Gerade in dieser schwierigen Zeit sei es von großer Bedeutung, dass die Staaten der Europäischen Union sich geschlossen zeigten. "Wenn wir gegenüber den Vereinigten Staaten, wenn wir gegenüber Russland oder gegenüber China unsere Interessen behaupten wollen, dann geht das nur als einiges Europa", mahnt Maas im ZDF. "Wir brauchen in Zukunft mehr Europa, nicht weniger Europa." Die politische Konsequenz aus der aktuellen Situation müsse sein, dass man künftig mehr zusammenstehen müsse, "sonst werden wir das nicht schaffen", betont Maas.

Beide Minister wollen weiterhin daran arbeiten, "die amerikanische Regierung zu einer Änderung ihres Verhaltens" zu bewegen. Ihnen müsse klar sein, "dass am Ende alle verlieren, wenn wir weltweit in eine Eskalation von einseitigen Maßnahmen hineinlaufen", sagt Wirtschaftsminister Altmaier.

Schadensbegrenzung bei deutschen Unternehmen

Die Bundesregierung wolle nun erst einmal "alles tun, um deutsche Unternehmen zu schützen" und ihnen "mit Rat und Tat" zu Seite zu stehen, sagt Wirtschaftsminister Altmaier. Gleichzeitig betont er, es handele sich um eine "einseitige Entscheidung der US-Administration, die wir für falsch halten". Deshalb gehe es erst einmal darum, "Schaden zu begrenzen und Arbeitsplatzverluste in Deutschland zu verhindern", so der CDU-Politiker.

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