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Kanzleramtschef Braun - Berlin will "schnell Gewissheit" für Angehörige

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29 Tote und viele Verletzte, nach dem Busunglück auf Madeira ist die Zahl der deutschen Opfer noch nicht bestätigt. Außenminister Maas reist heute auf die portugiesische Insel.

Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind bei einem Busunglück 29 Deutsche ums Leben gekommen. Der Bus mit 55 Insassen ist eine Böschung hinabgestürzt.

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Die Bundesregierung macht weiter keine Angaben über die genaue Zahl der bei dem verheerenden Busunglück auf Madeira ums Leben gekommenen Deutschen. Kanzleramtschef Helge Braun begründete das am Donnerstag damit, dass zunächst die Angehörigen informiert würden. "Die Bundesregierung unternimmt nun alles, um dafür zu sorgen, dass schnell Gewissheit für die Angehörigen herrscht", sagte er vor Journalisten in Berlin. Es sei "eine Reisegruppe von vorwiegend deutschen Urlaubern" betroffen.

Opfer werden identifiziert

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts in Berlin schrieb bei Twitter, dass Helfer vor Ort auf Madeira derzeit die Opfer identifizierten. Derweil erklärte das portugiesische Außenministerium, sämtliche Todesopfer des Busunglücks seien deutsche Staatsbürger gewesen.

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Die deutsche Botschaft in Lissabon arbeite "mit Hochdruck" gemeinsam mit den örtlichen Behörden an der Aufklärung, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Der deutsche Botschafter "ist soeben mit einem Team auf Madeira gelandet", fügte Außenminister Heiko Maas (SPD) hinzu. Sowohl in Berlin als auch vor Ort sei ein Krisenstab eingerichtet worden. Er ist unter der Rufnummer 030-5000 3000 zu erreichen.

Auch Maas selbst reist noch am Donnerstag auf die portugiesische Ferieninsel. Er werde mit einem Team von Ärzten, Psychologen und Konsularbeamten des Auswärtigen Amts nach Madeira fliegen, erklärte Maas in Berlin. Dort werde er mit Betroffenen sprechen, zudem wolle er den "portugiesischen Freunden unseren Dank für ihre Hilfe aussprechen".

Der Reisebus war am Mittwoch in der Gemeinde Caniço in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt.

Die Bundesregierung prüft auch den Einsatz eines Rettungsflugzeugs der Luftwaffe zur schnellen Hilfe für die bei dem Busunglück auf Madeira verletzten Deutschen. Der Einsatz eines "MedEvac"-Airbus werde sich noch heute entscheiden, sagte Braun. "Wir haben den bereits in Bereitschaft gestellt, und wenn es sinnvoll ist und möglich ist, Verletzte mit ihm hierher zu transportieren, dann werden wir ihn zum Einsatz bringen", sagte Braun vor Journalisten.

Steinmeier und Merkel bestürzt

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich bestürzt. "Ich bin tief erschüttert über den tragischen Unfall auf Madeira, durch den so viele Menschen aus dem Leben gerissen wurden. In Gedanken bin ich bei den Familien und Freunden der Opfer, wie viele Menschen hier in Deutschland. Wir trauern und fühlen alle mit ihnen", sagte Steinmeier und wünschte den Verletzten gute und baldige Genesung.

Bundeskanzlerin Merkel erklärte in einer Mitteilung: "Mit Trauer und Bestürzung denke ich an unsere Landsleute und alle anderen, die von dem fürchterlichen Unglück auf Madeira betroffen sind."

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Auch Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa drückte im Namen aller Portugiesen den Hinterbliebenen sein Beileid aus.

Portugal will Flugzeuge schicken

Ursprünglich wollte der Staatschef gleich an die Unglücksstelle reisen, entschied sich dann aber gegen einen Flug nach Madeira. Die Militärflugzeuge sollen stattdessen für mögliche Krankentransporte auf das Festland zur Verfügung stehen. "Es ist viel wichtiger, die Verletzten zu retten, als dass der Präsident heute abreist", sagt er. Die portugiesischen Luftstreitkräfte wollten drei Maschinen nach Madeira schicken. "Wir bereiten zwei Flugzeuge vom Typ Falcon 50 und eine C-295M mit medizinischer Ausrüstung vor, um die Opfer der Tragödie von Madeira zu versorgen und sie - sofern das nötig ist - schnell auf den Kontinent zu transportieren", heißt es in einer Mitteilung der Luftstreitkräfte.

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Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa am Mittwochabend.

Trauer und Schock

Die Regionalregierung ordnete eine dreitägige Trauerzeit für die Insel an. Diese gelte von Donnerstag bis Samstag, hieß es in einer Erklärung des Regierungsrats der Autonomen Region Madeira. Demnach werden die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden auf Madeira während der drei Tage auf halbmast gesetzt.

Karte: Insel Madeira, Portugal
Karte: Insel Madeira, Portugal
Quelle: ZDF

Die wegen ihres milden Klimas bei Urlaubern beliebte "Blumeninsel" steht nach dem schweren Busunfall unter Schock. Er empfinde große Trauer, sagt der Bischof von Funchal, Nuno Brás. "Ich empfehle jene, die gestorben sind, in die Hände Gottes und sende ihren Familien mein Beileid." "Mein Gott, ich bin sprachlos", sagt der Bürgermeister der Gemeinde Caniço, Filipe Sousa.

Der Fahrer des Busseshatte am Mittwoch gegen 18.30 Uhr (19.30 MESZ) auf der an einem Hang hoch über dem Meer verlaufenden Straße offenbar die Kontrolle über den Bus verloren, der von der Straße abkam und in ein Wohnviertel stürzte. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, am Donnerstagmorgen wurde der Unglücksbus geborgen.

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung zur Unfallursache ein. Laut Medienberichten könnte ein mechanisches Problem der Grund gewesen sein - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal.

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