Neuregelung der Organspende - Bundestag berät

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Zwei Gesetzesentwürfe - Neuregelung der Organspende - Bundestag berät

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Organspenden retten Leben - doch wirklich Ja sagen längst nicht so viele Menschen. Im Bundestag geht es heute um zwei Gesetzesentwürfe, die das System ändern sollen.

Organspendeausweise
Derzeit stehen nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation rund 9.400 Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan.
Quelle: imago

In der Debatte um neue Organspende-Regeln in Deutschland befasst sich der Bundestag erstmals mit konkreten Anträgen. Dazu werden zwei fraktionsübergreifende Initiativen ins Parlament eingebracht, über die anschließend im Gesundheitsausschuss weiter beraten wird.

Abstimmung über zwei gegensätzliche Vorschläge

Den Abgeordneten liegen zwei gegensätzliche Vorschläge vor. Eine Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach schlägt eine "doppelte Widerspruchslösung" vor. Demnach sollen alle Volljährigen grundsätzlich als Spender gelten. Man soll dazu aber noch Nein sagen können, sonst wäre - als doppelte Schranke - noch bei Angehörigen nachzufragen.

Dagegen stellt sich eine andere Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock und der Linken-Vorsitzenden Katja Kipping. Sie schlägt vor, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. In einem Online-Register soll man seine Entscheidung für oder gegen eine Spende eintragen und auch ändern können. Außerdem sollen Hausärzte bei Bedarf alle zwei Jahre über Organspenden informieren.

Gemeinsames Ziel: mehr Organspender

Gemeinsames Ziel beider Initiativen ist es, angesichts von fast 10.000 Patienten auf den Wartelisten zu mehr Organspenden zu kommen. Die Zahl der Spender war nach langem Abwärtstrend 2018 erstmals wieder spürbar gestiegen - auf 955. Zu Beginn dieses Jahres war nach Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation aber wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Im ersten Quartal 2019 gab es 224 Spender - nach 261 im selben Zeitraum des Vorjahres. Nach bisheriger Rechtslage sind Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärtem Ja erlaubt.

Patientenschützer kritisieren Vorschläge

Vor der Debatte hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz beide vorliegende Gesetzesentwürfe kritisiert. So sei eine Neuorganisation des gesamten Transplantationssystems in Deutschland nötig, sagte der Stiftungsvorsitzende Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Dazu müssen zunächst die Kontrolle und danach die Organisation und Durchführung bei der Organvergabe in staatliche Hände", erklärte Brysch. Zudem sei eine sachliche, neutrale und ergebnisoffene Aufklärung und Beratung nötig.

Brysch kritisierte, beide Gesetzesentwürfe würden die "Gerechtigkeitsfrage völlig außer Acht lassen". Dabei würde Umfragen zufolge die Hälfte der Bundesbürger die Prinzipien der Organverteilung in Deutschland als ungerecht empfinden. Bundestag, Bundesregierung und die Länder müssten "dieser Vertrauenskrise" entgegenwirken.

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