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Mehr Sicherheit bei Implantaten

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Neuerungen im Gesundheitswesen - Mehr Sicherheit bei Implantaten

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Knieprothesen, Herzschrittmacher und andere Implantate müssen künftig zentral registriert werden. Zudem wird die Ausbildung von Psychotherapeuten und Hebammen neu geregelt.

Der Deutsche Bundestag mit 709 Mitgliedern. Archivbild
Bundestag beschließt Neuerungen im Gesundheitswesen
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Der Bundestag hat in der Nacht zu Freitag eine Reihe von Neuerungen im Gesundheitswesen beschlossen. Das Parlament billigte ein Gesetz zur Errichtung eines Implantateregisters, in dem Angaben zur Haltbarkeit und Qualität des eingesetzten Hilfsmittels gespeichert werden.

So soll bei Komplikationen oder Rückrufen schneller reagiert werden können. Hersteller müssen ihre Produkte in der Datenbank registrieren. Implantate im menschlichen Körper führen immer wieder zu Problemen.

Skandal sorgte vor einigen Jahren für Aufsehen

Vor einigen Jahren hatte es einen Skandal mit fehlerhaften Brustimplantaten eines französischen Herstellers gegeben, von dem in Deutschland tausende Frauen betroffen waren.

"Patienten sollen sicher sein können, dass Implantate höchsten Qualitätsansprüchen genügen und sie bei Problemen mit Implantaten schnell informiert werden", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Zudem sorgen wir dafür, dass Patienten schneller Zugang zu neuen Therapien bekommen."

Psychotherapie wird eigenes Universitätsfach

Beschlossen wurde außerdem die Neureglung zur Ausbildung von Psychotherapeuten: Die Psychotherapie wird damit ein eigenes Universitätsfach mit fünfjährigem Studium, dessen Abschluss Voraussetzung für eine Approbation ist. Bislang müssen Psychotherapeuten zunächst ein Vollstudium der Psychologie absolvieren, bei den Kinder- und Jugendtherapeuten ist es ein Pädagogik-Studium. Daran schließt sich dann eine Ausbildung zum Psychotherapeuten an.

Zudem wird mit dem Gesetz ein neues Versorgungsangebot für psychisch schwerkranke Menschen geschaffen. Dazu sollen sich Psychotherapeuten, Psychiater oder Hausärzte miteinander vernetzen. Einzelheiten soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) des Gesundheitswesens bis Ende 2020 festlegen. Mit dem neuen Gesetz wird außerdem der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung erleichtert. Für die Teilnahme an Gruppentherapien ist künftig kein Gutachten mehr nötig.

Hebammen müssen künftig studieren

Auch für die Ausbildung zur Geburtshelferin wird es künftig ein Studium geben. Es soll sechs bis acht Semester dauern und die wissenschaftliche Theorie mit der Praxis verknüpfen. Voraussetzung sollen zwölf Jahre Schulausbildung oder aber die abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf sein. Das Studium wird künftig mit einem Bachelor sowie einer staatlichen Prüfung enden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verbindet mit der geänderten Ausbildung die Hoffnung auf mehr Hebammen-Nachwuchs, weil der Beruf dadurch attraktiver werde. Bevor die Reform wie geplant Anfang 2020 in Kraft treten kann, muss noch der Bundesrat zustimmen.

Damit wäre dann auch eine entsprechende Richtlinie der Europäischen Union rechtzeitig umgesetzt. Das duale Studium verbindet ein wissenschaftliches Studium mit einer beruflichen Ausbildung. Für die gesamte Dauer wird eine Vergütung gezahlt. Bislang werden Hebammen an Hebammenschulen ausgebildet.

Angehörigen-Entlastungsgesetz auf der Agenda

Der Bundestag berät am heutigen Freitag erstmals auch über Gesetzespläne, durch die Kinder pflegebedürftiger Eltern finanziell entlastet werden sollen. Das sogenannte Angehörigen-Entlastungsgesetz sieht vor, dass Kinder sich erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro an den Kosten für ein Pflegeheim beteiligen müssen.

Eingebracht wird auch ein Gesetzentwurf von Minister Jens Spahn (CDU), der digitale Gesundheitsangebote voranbringen soll.

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