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Bundestag - Bluttests vor der Geburt: Eine emotionale Debatte

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Der genetische Bluttest vor der Geburt könnte zur Kassenleistung werden. Der Bundestag hat über den Umgang damit beraten - eine emotionale Debatte.

Bluttest
Der Bluttest an Schwangeren, mit dem sich am Donnerstag der Bundestag befasste, ist ethisch umstritten, aber nicht verboten.
Quelle: zdf

Der Bundestag hat über das Für und Wider von vorgeburtlichen Bluttests zum Down-Syndrom (Trisomie 21) debattiert. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob solche Tests bei sogenannten Risiko-Schwangerschaften von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden sollen.

Zu Beginn der "Orientierungsdebatte" warben mehrere Redner für die Tests als Kassenleistung. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach betonte, die Bluttests seien sicherer und insofern medizinisch besser als bisherige Verfahren, die bereits Kassenleistung sind. Insofern sei es auch ethisch nicht zu rechtfertigen, die besseren Tests den Frauen vorzuenthalten.

Der Test erkennt am Blut der Mutter, ob das ungeborene Kind eine Trisomie, etwa das Down-Syndrom, hat. Bislang müssen ihn Eltern privat bezahlen. Andere Methoden wie die Fruchtwasseruntersuchung, die dies auch untersuchen, werden von der Kasse übernommen. Sie bergen aber ein hohes Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt.

Grüne Rüffer: "Down-Syndrom ist keine Krankheit"

Zugleich warb Lauterbach für die Gründung eines interdisziplinär besetzen Gremiums zur Beratung über andere genetische Tests. "Wir werden Tests auf fast jede erdenkliche Krankheit bekommen" erklärte Lauterbach.

Die behindertenpolitische Expertin der Grünen, Corinna Rüffer, wandte sich gegen die Bluttests als Kassenleistung. "Dieser Test kann nicht dazu dienen zu heilen, weil das Down-Syndrom keine Krankheit ist", mahnte sie. Er diene in aller Regel (...) der Selektion." In den meisten Fällen, in denen ein Down-Syndrom des ungeborenen Kindes erkannt werde, entschieden sich die Eltern für Abtreibung.

Linken-Abgeordnete Vogler: Vorgaben für Test nötig

Die Linken-Abgeordnete Kathrin Vogler schlug eine Novelle des Gendiagnostikgesetzes vor, das festlegt, welche vorgeburtlichen Tests gemacht werden dürfen.

Der CDU-Abgeordnete, Arzt und Marburger-Bund-Vorsitzende Rudolf Henke forderte eine Stärkung der Beratung von Frauen. Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger, ebenfalls Arzt, betonte wie andere Redner auch, den Bluttest nur bei Risikoschwangerschaften von den Kassen finanzieren zu lassen.

Ausschuss will im Spätsommer entscheiden

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kassen und Krankenhäusern muss entscheiden, ob der Bluttest zur Kassenleistung werden soll. Ein Beschluss wird im Spätsommer erwartet.

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