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Gedenkstunde im Bundestag - Lammert: Kohl Glücksfall für Deutschland

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In einer fraktionsübergreifenden Gedenkstunde hat der Bundestag den mit 87 Jahren gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl gewürdigt. Bundestagspräsident Lammert bezeichnete Kohl als Glücksfall für Europa, erwähnte aber auch die Schattenseiten des Altkanzlers.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat vor dem Bundestag die historischen Verdienste des gerstorbenen früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl gewürdigt. Kohl sei "ein Glücksfall für Deutschland und für Europa" gewesen, sagte Lammert

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Der am Freitag nach langer Krankheit gestorbene Pfälzer sei "ein Glücksfall für Deutschland und für Europa" gewesen, sagte Lammert in einer Gedenkfeier des Bundestages in Berlin. Der CDU-Politiker zeichnete zugleich das Bild eines Mannes zwischen Integration und Polarisierung: "Kohls Weg säumten nicht zuletzt Verletzungen - die er selbst erlitt und die er anderen zufügte."

An der Würdigung Kohls im Parlament nahmen neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreichen Mitgliedern ihres schwarz-roten Kabinetts auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie dessen Amtsvorgänger Joachim Gauck und Horst Köhler teil. Am Ende erhoben sich die Abgeordneten aller Fraktionen zu einer Schweigeminute. Kein Bundeskanzler war bisher länger im Amt als Kohl, der Deutschland von 1982 bis 1998 regierte.

Erster europäischer Trauerakt

Die Gedenkstunde des Bundestages wird voraussichtlich der einzige nationale Gedenkakt für den im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorbenen Altkanzler sein. Am 1. Juli wird es für ihn im Europaparlament in Straßburg den ersten europäischen Trauerakt für einen Politiker geben. Die von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angeregte Feier soll Zeichen für die besonderen Verdienste Kohls um die Einheit Europas sein. Die Gestaltung der Gedenkfeiern für Kohl ist auch wegen der Wünsche von Kohls zweiter Ehefrau Maike Kohl-Richter nicht einfach.

Lammert sagte über Kohl: "Wir verdanken es wesentlich ihm, dass sie heute Realität ist, die friedliche Einheit unseres Landes in einem freien und befriedeten Europa." Die große Anteilnahme in den Nachbarstaaten und weltweit unterstreicht die herausragende Leistung Kohls als Ehrenbürger Europas. Art und Ort der Würdigung einer solch herausragenden politischen Lebensleistung in und für Deutschland seien aber "bei allem Respekt nicht nur eine Familienangelegenheit". Der Bundestag sei dafür der bestmögliche Ort.

Lammert erinnert auch an Spendenaffäre

Die Persönlichkeit Kohls lasse fast niemanden gleichgültig, erinnerte Lammert. "Legendär sind seine integrierende Kraft wie seine polarisierende Wirkung - im Übrigen zwischen den Parteien ebenso wie innerhalb der Union." In politischen wie privaten Dingen sei Kohls Gedächtnis phänomenal gewesen.

Lammert erinnerte auch an die CDU-Spendenaffäre 1999: Kohls Abgang aus der aktiven Politik nach dem Verlust der Regierungsverantwortung  hänge auch mit der "außergewöhnlichen, bisweilen aber auch sturen Persönlichkeit" Kohls zusammen. Der Altkanzler hatte die Geldgeber um die Spendenaffäre bis zu seinem Tod nicht preisgegeben. Merkel hatte im Dezember 1999 als CDU-Generalsekretärin mit einer öffentlichen Distanzierung wesentlich zu seinem Sturz beigetragen.

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