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Reaktion auf Spannungen - Bundeswehr setzt Ausbildung im Irak aus

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Die Bundeswehr hat die Ausbildung von Soldaten im Irak vorerst ausgesetzt. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund der Spannungen in der Region.

Archiv: Waffenausbildung im Nordirak am 02.10 2017 in Erbil (Irak)
Die Bundeswehr hat im Irak derzeit etwa 160 deutsche Soldaten stationiert.
Quelle: dpa

"Seit Wochenbeginn ruht der Einsatz", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Die Aufmerksamkeit mit Blick auf eine größer werdende Bedrohung sei gestiegen. "Die Bundeswehr hat wie die anderen Partnernationen auch den Ausbildungseinsatz zwischenzeitlich eingestellt."

Das weitere Vorgehen werde jede Woche je nach Entwicklung der Lage neu bewertet, hieß es weiter. Sie könne "in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden", sagte ein weiterer Sprecher. Es gebe "keine konkrete Bedrohung". Am Mittwoch wurden auch die Verteidigungspolitiker des Bundestages informiert.

Zurzeit rund 160 deutsche Soldaten im Irak

Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak beteiligt und hat im Irak derzeit etwa 160 deutsche Soldaten stationiert. Davon sind etwa 60 Soldaten in einem Militärkomplex in Tadschi, nördlich von Bagdad, wo die Ausbildung für Kräfte der irakischen Streitkräfte läuft. Rund 100 Soldaten halten sich im Kurdengebiet im Norden des Landes auf.

Karte von Irak und Jordanien
Karte von Irak und Jordanien
Quelle: ZDF

USA ziehen Beamte ab

Die USA haben inzwischen den Abzug aller nicht zwingend benötigten Mitarbeiter aus der US-Botschaft in Bagdad und dem Konsulat in Erbil angeordnet. Die Bearbeitung von Visa-Anfragen wurde dort ausgesetzt, teilte die Botschaft mit. Für die Sicherheit oder Versorgung zuständige externe Mitarbeiter sollen aber vorerst im Einsatz bleiben.

Die Lage in der Golfregion ist wegen des Konfliktes der USA mit dem Iran extrem angespannt. Die USA hatten jüngst einen Flugzeugträgerverband und eine Staffel strategischer Bomber in den Nahen Osten entsandt und dies mit möglichen Angriffen auf US-Truppen begründet. US-Präsident Donald Trump wirft Teheran vor, Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu fördern. Zuletzt hatten beide Seiten beteuert, keinen Krieg zu wollen, aber unnachgiebig auf ihren Positionen verharrt.

Pompeo: USA wollen keinen Krieg

US-Außenminister Mike Pompeo sagte bei einem Besuch in Russland, sein Land wolle keinen Krieg gegen den Iran, bei einem Angriff auf amerikanische Interessen würden sich die USA aber wehren. Angeheizt wurde die Lage durch Sabotageakte in der Golfregion. Dabei wurde in Saudi-Arabien eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes von mit Sprengstoff beladenen Drohnen angegriffen - mutmaßlich von jemenitischen Huthi-Rebellen. Diese werden vom Iran unterstützt. Am Wochenende waren aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten zudem Sabotageakte an Öltankern gemeldet worden.

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