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Bundesweiter Arbeitskampf - Warnstreiks machen Reisenden zu schaffen

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Sechs Prozent mehr Lohn: Dafür legen Tausende Beschäftigte die Arbeit nieder. Hunderte Flugausfälle und Verspätungen sind die Folge. In Köln heben derweil wieder Flieger ab.

Tausende Beschäftigte des öffentlichen Diensts folgten dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di und legten ihre Arbeit nieder. Betroffen sind der Nah- und Luftverkehr, Kliniken und Kitas.

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Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks verschärft und nun auch auf den Luftverkehr ausweitet. Deutschlandweit kam es am Dienstagmorgen zu zahlreichen Arbeitsniederlegungen bei Einrichtungen des Bundes und in Kommunen sowie an mehreren Flughäfen. Am größten deutschen Airport in Frankfurt wurden 660 von 1.437 geplanten Starts und Landungen gestrichen. Auch in München, Köln/Bonn und Bremen gab es massive Ausfälle.

Sechs Prozent mehr Gehalt gefordert

Hauptgrund ist, dass Beschäftigte beim Sicherheitsdienst keine oder weniger Personenkontrollen machen. In Köln/Bonn waren keine Starts und Landungen möglich, da die Flughafenfeuerwehr von 8 bis 11 Uhr streikte. Mittlerweile hat der Flughafen den Flugbetrieb aber wieder aufgenommen. Schon vorab waren Hunderte Flüge annulliert worden - allein die Lufthansa strich für Dienstag rund 800 Verbindungen. 90.000 Passagiere sollen von den Ausfällen betroffen sein. Reisende müssen sich den ganzen Tag über auf massive Verspätungen einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi will damit kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den Druck erhöhen. Die Gespräche stehen am 15. und 16. April in Potsdam an. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske verteidigte die Ausstände. "Mit der massiven Ausweitung der Streiks setzen wir in dieser Woche deutliche Signale an die Arbeitgeber", sagte Bsirske. "Wir erwarten, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen und damit eine gute Lösung am Verhandlungstisch ermöglichen."

Die Lufthansa habe 800 Flüge annulliert, berichtet ZDF-Reporter Dominik Lessmeister. In Köln reagierten die Menschen trotz Ausfällen im Nahverkehr mit Gelassenheit, sagt ZDF-Reporterin Ina Baltes.

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Passagiere sollen auf Bahn ausweichen

Am Airport Frankfurt legten Beschäftigte der Flugzeugabfertigung und Flughafenfeuerwehr am Morgen die Arbeit nieder. Außerdem sei die Flugsicherheitskontrolle betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. "Das ist auch das, wodurch wir die extremsten Einschränkungen erwarten." Am Flughafen München, Deutschlands zweitgrößtem Airport, strich die Lufthansa vorab insgesamt 240 Inlands- und Auslandsflüge. In Köln wurden 70 Flüge gestrichen. In der Folge fielen auch an weiteren Flughäfen wie Berlin-Tegel und Leipzig/Halle Flüge aus.

Betroffene Lufthansa-Kunden sollen ihren Flug kostenfrei umbuchen oder im Inland auf die Bahn ausweichen können. An Flughäfen arbeiten auch nach Privatisierungen noch zahlreiche Beschäftigte der Kommunen. Bestreikt werden sollen unter anderem Sicherheitspersonal für Personenkontrollen und Bodenverkehrsdienste, etwa bei der Gepäckabfertigung und auf dem Rollfeld. Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf Dienstag beschränkt sein.

Auch Streik bei Kölner Verkehrsbetrieben

Auch im Nahverkehr der Städte in Nordrhein-Westfalen wurden Verbindungen gestrichen. "Heute fahren keine Bahnen", warnten etwa die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ihre Kunden per Laufband. Mehre Städte kündigten zudem an, dass Kitas geschlossen bleiben müssen. Daneben können etwa auch die Müllabfuhr, Sparkassen, Stadtverwaltungen, Krankenhäuser und auch der Schiffsverkehr von dem Warnstreik betroffen sein. Die Auswirkungen sind abhängig davon, wie viele Beschäftigte sich tatsächlich beteiligen.

Der kommunale Arbeitgeberverband VKA hatte den Gewerkschaften vorgeworfen, weniger die Arbeitgeberseite als die Bevölkerung unter Druck zu setzen. Der Arbeitgeberverband BDA warf den Gewerkschaften eine massive Schädigung der Volkswirtschaft vor.

Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb kündigten bis Freitag allerdings weitere bundesweite Warnstreiks im gesamten öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an. Betroffen sein sollen unter anderem Kitas, der Nahverkehr und die Müllabfuhr.

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