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Nach Skandal um Facebook-Daten - Cambridge Analytica macht dicht

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Die Londoner Analysefirma Camebridge Analytica stellt nach dem Daten-Skandal ihre Dienste ein. Sie sieht sich zu Unrecht verunglimpft. Facebook geht derweil auf Distanz.

Busse fahren am 21.03.2018 vor dem Hauptsitz der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica in London vorbei
Hauptsitz der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica
Quelle: dpa

Cambridge Analytica meldet nach eigenen Angaben Konkurs an und schließt. Die britische Firma steht im Zentrum des Skandals um die Nutzung privater Daten von Facebook-Nutzern. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung beschwerte sich das Datenunternehmen über eine "unfaire negative Medienberichterstattung". Es sei für Aktionen "verunglimpft" worden, die legal und allgemein akzeptiert in der Online-Werbung seien.

Cambridge Analytica steht im Mittelpunkt von Ermittlungen um die Sammlung privater Daten von Facebook-Nutzern, mit denen psychologische Profile eines großen Teils der US-Wählerschaft erstellt wurden. Das gelang dem Unternehmen mithilfe einer App, die sich als Persönlichkeitstest präsentierte. Sie sammelte die Daten nicht nur der Teilnehmer, sondern auch von zig Millionen Facebook-Nutzern in deren Freundeslisten.

Cambridge Analytica: Kunden wurden durch Berichte vertrieben

Cambridge Analytica soll in Verbindung mit dem Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump gestanden und möglicherweise wesentlich zu seinem Sieg bei der Wahl 2016 beigetragen haben. Trumps Team hatte erklärt, die Daten und Profile nicht genutzt zu haben.

"Die Belagerung durch die Medien-Berichterstattung hat praktisch alle Kunden und Zulieferer des Unternehmens vertrieben", hieß es in der Erklärung von Cambridge Analytica. "In Ergebnis dessen ist entschieden worden, dass sie (die Firma) nicht länger existenzfähig ist." Das Insolvenzverfahren sei in Großbritannien beantragt worden, wo die Muttergesellschaft beheimatet ist. Zudem solle Insolvenzschutz bei einem New Yorker Bundesgericht beantragt werden; dort befindet sich der aktuelle Hauptsitz.

Zugleich teilte das Unternehmen mit, eine von ihm beauftragte Ermittlung habe gezeigt, die Vorwürfe würden "nicht von Fakten getragen". Dennoch ermitteln in der Sache die britischen Datenschützer. Der Hauptvorwurf gegen Cambridge Analytica lautet demnach, unautorisiert persönliche Daten erworben zu haben.

Facebook: Insolvenz ändert nichts an eigenem Vorgehen

Die Enthüllung hatte weltweites Aufsehen ausgelöst. Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen und versprach einen besseren Privatsphärenschutz. Nach der Bekanntgabe der Insolvenz von Cambridge Analytica erklärte der Soziale-Netzwerk-Betreiber, die Entscheidung habe keinen Einfluss auf sein eigenes Vorgehen. "Es ändert nichts an unserer Verpflichtung und Entschlossenheit, zu verstehen, was genau passiert ist, und sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal geschieht", teilte Facebook mit.

Der Chef der Washingtoner Lobbygruppe Center for Digital Democracy sagte indes, Kritik an Facebooks Privatsphäre-Einstellungen werde nicht abreißen. Die Praktiken von Cambridge Analytica stünden, auch wenn das Unternehmen ethische Grenzen überschritten habe, symbolisch für digitales, auf Daten abzielendes Marketing weltweit. Jeff Chester sagte, statt zu jubeln, dass eine Firma ihre gerechte Strafe bekommen habe, sollte vielmehr erkannt werden, dass noch viele weitere Unternehmen wie Cambridge Analytica auf kommerziellen und politischen Marktplätzen operierten.

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