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Flüchtlingsdrama in Bangladesch - Caritas verlangt mehr Geld für Rohingya

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Caritas International fordert mehr Hilfe der internationalen Gemeinschaft für die nach Bangladesch geflüchteten Rohingya. Bei der heutigen UN-Geberkonferenz komme nicht genug Geld zusammen, sagte Caritas-Mitarbeiter Stefan Teplan im ZDF. Er berichtet von "kilometerlangen Schlangen" ankommender Rohingya.

Aufgrund von "katastrophalen Sanitäranlagen" droht in den Flüchtlingslagern in Bangladesch akute Seuchengefahr. Die Vertreibung von den 800000 Rohingya aus Myanmar bezeichnet Stefan Teplan als "ethnische Säuberung".

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Die UN-Geberkonferenz in Genf wolle 370 Millionen Euro sammeln, dies seien derzeit umgerechnet auf ein halbes Jahr lediglich 2,90 Euro am Tag pro Flüchtling, sagte Teplan. Er berichtete zudem von dramatischen Zuständen: Die Flucht der Rohingya durch den Dschungel dauere bis zu zwei Wochen. Die sanitären Anlagen seien katastrophal und es drohten Krankheiten wie Cholera auszubrechen. Die Menschen lebten in Zelten, beziehungsweise unter Plastiktüten, die über einige Bambusrohre gestülpt sind, sagte Teplan.

Vergleich mit Nazi-Deutschland

Derzeit werde von etwa 800.000 Rohingya ausgegangen, die aus Myanmar geflüchtet sind. Angesicht einer Volksgruppe von etwa einer Millionen Menschen "lässt es den Schluss zu, dass es eine ethnische Säuberung ist", erklärte der Caritas-Mitarbeiter. Es erinnere ihn fatalerweise "an das Dritte Reich, als eine ganze Volksgruppe vertrieben wurde". Viele Schutzsuchende hätten ihm übereinstimmend erzählt, dass "die Armee die Dörfer der Rohingya überfällt, viele Häuser abbrennt, wahllos auf die Menschen schießt, um sie zu vertreiben, und auch Frauen vergewaltigt".

Seit dem 25. August sind Hunderttausende muslimische Rohingya aus dem vorwiegend buddhistischen Myanmar in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Sechs von zehn Flüchtlingen sind jünger als 18 Jahre alt. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR handelt es sich um einen der größten humanitären Notfälle weltweit.

UN: Ethnische Säuberung

Für die Unterstützung der Rohingya brauchen die UN 434 Millionen Dollar (fast 370 Millionen Euro). Davon kamen knapp 30 Prozent zusammen. Deutschland hat dem Roten Kreuz seit Ausbruch der Krise fünf Millionen Euro für die Rohingya-Hilfe überwiesen.

"Dies ist die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise der Welt", sagte Jens Laerke, Sprecher des UN-Nothilfebüros (Ocha). Demnach strömen täglich Tausende Menschen über die Grenze in das bitterarme südostasiatische Land Bangladesch. Auch die UN sprechen von ethnischen Säuberungen. Myanmar bestreitet das, räumt aber "Räumungsaktionen" ein, nachdem militante Rohingya Sicherheitsposten überfallen hatten. Im buddhistischen Myanmar wird die muslimische Minderheit seit Jahrzehnten verfolgt.

Weniger Geld bei Geberkonferenzen als erwartet

Wie die Ocha-Statistik zeigt, kommt für Kriseneinsätze oft weniger als die Hälfte des nötigen Geldes zusammen. Im Februar fand eine Geberkonferenz für Kamerun, Tschad, Niger und Nigeria in Afrika statt, wo durch das Wüten der Terrororganisation Boko Haram mehr als zehn Millionen Menschen Hilfe brauchen. Trotz der Konferenz wurde der Bedarf für die Länder Kamerun und Tschad, zusammen knapp 900 Millionen Dollar, bis heute nur zu einem Drittel gedeckt.

Bei der Geberkonferenz für den Jemen bezifferten die UN den Bedarf im April auf 2,3 Milliarden Dollar. 56 Prozent sind nach Ocha-Angaben bislang eingetroffen. Auf einer Geberkonferenz für Syrien beantragten sie im April 3,3 Milliarden Dollar. 39 Prozent kamen bislang zusammen.

Ocha hat seit 2013 außer dieser neun Geberkonferenzen organisiert, darunter insgesamt fünf für Syrien. Für zahlreiche andere Krisen werden lediglich Spendenaufrufe veröffentlicht - ohne Geberkonferenz. "Sinn solcher Konferenzen ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit zu einem kritischen Zeitpunkt auf eine Krise zu lenken", sagte Ocha-Sprecher Laerke.

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