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"Carmen" bei den Bregenzer Festspielen - Große Oper heiratet große Pop-Show

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Jahrelang hat Es Devlin auf diese Chance gewartet: Einmal ein Bühnenbild für die Bregenzer Seebühne entwerfen. Nun durfte sie ran - und hat ein Bild erschaffen, das Oper und Pop-Show meisterhaft verwebt.

Die Bregenzer Festspiele locken jeden Sommer 200.000 Zuschauer an den Bodensee. Highlight der diesjährigen Festspiele ist die Oper „Carmen“. Auffällig ist das aufwändig gestaltete Bühnenbild der britischen Bühnenbildnerin Es Devlin.

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Zwei riesige Frauenhände ragen in den Himmel über dem Bodensee und werfen Karten in die Luft, 59 Spielkarten. Wenn man dieses Bühnenbild zum ersten Mal - bei Tage - sieht, ist der erste Gedanke: Groß! Aber etwas farblos.

Natürlich wird man am Abend eines Besseren belehrt. Da leuchten die Karten in allen Farben, werden zu Herzdamen und Kreuzbuben, werden zur Projektionsfläche, zu einem Video-Spektakel. Mit modernster "Projection Mapping"-Technik werden die Karten zur Hauptattraktion dieser Carmen-Inszenierung.

Bühnenbild eines Popstars

Es Devlin hat diese Technik mitgebracht, die Bühnenbildnerin, die auch schon die Bühnen der Pet Shop Boys, der Rolling Stones, von Adele, Beyonce, Take That und Lady Gaga erfunden hat. Bei den Bregenzer Festspielen wird dieses Jahr große Oper mit großer Pop-Show verheiratet. Das wirkt! Es Devlin - Superstar unter den Bühnenbildnern - hat Jahre darauf gewartet, endlich hier ihre Kunst anwenden zu dürfen: "Bregenz ist das Mekka für Bühnenbildner", sagt sie.

Bei den Popkonzerten auf den Stadionbühnen muss sie immer um die großen Lautsprecher herumbauen, um die angeberischen Boxentürme. Hier in Bregenz werden die Lautsprecher versteckt in der Kulisse - für sie bedeutet das: Sie hat eine "weiße Leinwand", auf die sie ihre Bilder zaubern kann. Mit dem ganz dickem Pinsel.

Die große Bühne braucht die großen Bilder und die große Geste, um die 7.000 Zuschauer in der riesigen Arena zu erreichen. Kasper Holten, der Regisseur liebt sie, die Oper für die Massen: "Oper war früher ein Massenmedium - warum sollte sie es heute nicht mehr sein?" Und das Geld, das durch diese "Carmen"-Inszenierung eingespielt wird, kann dann auch für unbekannte, zeitgenössische Opern im kleineren Festspielsaal eingesetzt werden. Opern, die nicht so ein großes Publikum bekommen, es aber verdient haben, aufgeführt zu werden. Das ist Bregenz: Große Show auf dem See für 200.000 Zuschauer pro Sommer. Und im Fahrwasser: viele wertvolle kleinere Produktionen. Ein gutes Modell.

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