Sie sind hier:

Ausgediente Brennelemente - Castor-Transport auf dem Neckar unterwegs

Datum:

Im baden-württembergischen Obrigheim hat am Morgen der Transport von drei Castoren mit Brennelementen zum Zwischenlager in Neckarwestheim begonnen. Bislang verlaufe alles ruhig und nach Plan, teilte die Polizei mit.

Unter erhöhtem Polizeischutz ist auf dem Neckar der erste Atommülltransport per Schiff gestartet. Ein Schubverband mit drei Castoren bringt abgebrannte Brennelemente von Obrigheim ins Zwischenlager in Neckarwestheim.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Das Spezialschiff wurde in der Nacht beladen und startete kurz nach 6 Uhr seine Fahrt auf dem Neckar. Proteste gab es laut Polizei zunächst keine.

Atomkraftgegner hatten umfangreiche Proteste angekündigt. Sie fürchten, dass ein Unfall verheerende Folgen nicht nur für die Region haben könnte. "Es gäbe eine Verseuchung von hier bis zum Meer", sagte Herberth Würth vom Aktionsbündnis "Neckar castorfrei". Auch das Zwischenlager in Neckarwestheim halten die Gegner für unsicher.

Transport "verantwortungslos"

Die Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt kritisierte den Transport der Brennelemente als verantwortungslos. "Den gefährlichsten Müll der Welt mitten durch einen Ballungsraum auf einem Binnenschiff zu transportieren - das ist eine Verantwortungslosigkeit sondergleichen", erklärte Ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay.

Er warf dem Energiekonzern EnBW vor, den Transport nur deshalb nötig zu machen, weil er "im Gegensatz zu anderen Betreibern von Atomkraftwerken kein Geld dafür ausgeben will, an jedem Standort ein ordentliches Castor-Lager zu bauen."

Insgesamt fünf Schiffstransporte geplant

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte vergangene Woche grünes Licht für den Schiffstransport gegeben. Es wies einen Eilantrag der Gemeinde Neckarwestheim gegen die Transportgenehmigung des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit zurück. Zur Begründung hieß es, das öffentliche Interesse an einem zügigen Rückbau des stillgelegten Atomkraftwerks Obrigheim überwiege die von der Gemeinde vorgetragenen Argumente.

Die Gemeinde Neckarwestheim hatte Bedenken wegen Sicherheitsrisiken wie einer Strahlenbelastung angemeldet. Bis Ende November 2018 sind insgesamt fünf solcher Transporte genehmigt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.