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Kampf um den CDU-Parteivorsitz - Merz mit "Potenzial, Säle zu füllen und zu begeistern"

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Friedrich Merz will offenbar den CDU-Parteivorsitz, Jens Spahn hat eine Kandidatur angekündigt. ZDF-Korrespondent Koll räumt Merz Chancen ein - Prognosen seien jedoch "töricht".

Nach dem angekündigten Rückzug der CDU-Parteivorsitzenden kommen erste Kandidaten aus der Deckung: Jens Spahn will wohl kandidieren, offensichtlich auch Friedrich Merz. Kramp-Karrenbauers Zeitplan zum Wechsel an der CDU-Spitze steht in der Kritik.

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ZDF-Korrespondent Theo Koll räumt Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz realistische Chancen ein, der nächste CDU- Parteivorsitzende - und damit auch Kanzlerkandidat - zu werden. "Merz hat das größte Potenzial, CDU-Säle zu füllen und zu begeistern", erklärte der Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios.

Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, Merz sei fest entschlossen, seinen Hut in den Ring um das Amt zu werfen. Das sei aus Parteikreisen bekannt geworden. Der Politiker hatte vor einigen Tagen seinen Posten im Aufsichtsrat beim Vermögensverwalter Blackrock aufgegeben, um sich "wieder mehr der Politik und der CDU zu widmen".

Merz wohl entschlossen für CDU-Parteivorsitz zu kandidieren

Die Pressestelle der CDU-Bundestagsfraktion wollte die Meldung der heute.de-Redaktion gegenüber weder bestätigen, aber auch nicht dementieren.

Aus Merz' Umfeld hieß es, der 64-Jährige sei entschlossen zu kandidieren. Er wisse die Parteibasis hinter sich. Als weitere Interessenten werden insbesondere - neben Merz - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gehandelt. Jens Spahn äußerte sich am Mittwoch erstmals zu seinen Ambitionen. Er erklärte, er habe immer gesagt:

Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen. In welcher Konstellation dies geschehen kann, darüber reden wir jetzt eben in den nächsten Tagen.
Jens Spahn, Gesundheitsminister

"Von vielen Beobachtern werden Armin Laschet die besseren Chancen zugeschrieben", schätzt ZDF-Korrespondent Koll die Aussichten des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten gegenüber seinen Mitbewerbern ein. "Nicht nur, weil er den größten Landesverband hat, sondern weil er die Merkel-CDU repräsentiert und die steht ja noch immer für den größeren Teil der Partei." Aktuell sei aber jede Prognose "töricht".

CDU ringt noch um AKKs Zeitplan

Streit gibt es indes weiterhin über den Zeitplan für die Besetzung von CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur. Kramp-Karrenbauer hatte am Montag erklärt, dass sie nicht Kanzlerkandidatin der Union werden wolle. Der Kandidat oder die Kandidatin solle bis zum Sommer gefunden und vom Parteitag im Dezember bestätigt werden; diese Person solle dann auch den CDU-Vorsitz übernehmen.

Ab der kommenden Woche will die Noch-Parteichefin nun mit Interessenten sprechen. Darüber hatte zuerst die "Rheinische Post" berichtet. Völlig unklar ist nach Angaben aus Parteikreisen bislang, ob es einen Sonderparteitag zur Kür von Kanzlerkandidat und neuem Vorsitzenden geben wird. Kramp-Karrenbauer wurde nach ZDF-Informationen jedoch von führenden CDU-Politikern im Präsidium gebeten, keinen Termin für Wahl eines neuen Parteivorsitzenden zu nennen, um keinen Zeitdruck aufzubauen. Dennoch könne ein neuer Vorsitzender nach Beschluss des Bundesvorstands auch vor Dezember gewählt werden, heißt es aus der CDU. Der reguläre Parteitag im Dezember in Stuttgart soll dennoch auf jeden Fall stattfinden. Dort soll unter anderem das neue CDU-Grundsatzprogramm verabschiedet werden.

"Es kann insgesamt einfach nicht so laufen wie das Frau Kramp-Karrenbauer angekündigt hat", kritisiert ZDF-Korrespondent Koll das Vorgehen der Noch-CDU-Chefin. Wenn CDU-Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur zwingend an eine Person gehen sollen, hieße das im Umkehrschluss, dass kein CSU-Vertreter Kanzler werden könne. Oder es hieße, dass die CSU ein Mitspracherecht beim CDU-Vorsitz hätte. "Das passt hinten und vorne nicht", so Koll.

Theo Koll, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, erklärt zum Fahrplan der CDU-Vorsitzenden, einen Kanzlerkandidat zu küren: "Es kann nicht so laufen, wie von AKK angekündigt." "Es passt hinten und vorne nicht zusammen."

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Kretschmer: "Entscheidung zwischen mehreren geeigneten Wegen"

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält eine Entscheidung zwischen mehreren Kandidaten für einen geeigneten Weg. "Ich kann mir auch vorstellen, dass es zu einer Kampfkandidatur kommt", sagte er der "Wirtschaftswoche". "Es gibt genug gute Leute in der CDU - und eine Auswahl tut der Partei gut."

Zum unionsinternen Zeitplan sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble der "Zeit", seine Partei solle "die Kraft haben, dem Druck einiger Medien nicht nachzugeben und über die personellen Fragen erst Ende des Jahres zu entscheiden".

Söder will in Bayern bleiben

Dagegen forderte CSU-Chef Markus Söder in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die CDU auf, "zügig" zu entscheiden. Er allerdings wolle in Bayern bleiben:

In Bayern ist mein Standort und mein Anker, ich bin bei den bayerischen Wählerinnen und Wählern im Wort.
Markus Söder, Ministerpräsident Bayern

CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte der "Passauer Neuen Presse", die Führungs- und Kursfragen seien "umgehend" zu klären. "Das kann kein Prozess von einem halben Jahr sein, das darf keine endlose Hängepartie geben." CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte im Sender n-tv, es gebe jetzt "die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir nicht in einer monatelangen Debatte ein Ergebnis finden, sondern dass man sich zügig darauf verständigt, wie eine Neuaufstellung der Partei sein kann."

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