Sie sind hier:

CDU-Parteitag 2000 - Als Merkel Chefin wurde

Datum:

Asyl, Rente, Friedrich Merz: Es gibt manche Parallele zwischen dem aktuellen CDU-Parteitag und dem von 2000, als Merkel zur Vorsitzenden gewählt wurde. Ein Rückblick.

Archiv: Nach ihrer Wahl zur neuen Vorsitzenden der CDU werden Angela Merkel in Essen beim CDU-Bundesparteitag vom Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz zwei Flaschen Sekt überreicht, aufgenommen am 10.04.2000
Sekt für die neue Chefin: Merz und Merkel auf dem Parteitag 2000.
Quelle: dpa

Als Angela Merkel am 10. April 2000 zur CDU-Vorsitzenden gewählt wurde, war Unions-Fraktionschef Friedrich Merz einer der ersten Gratulanten. 95,94 Prozent der Stimmen bekam sie - und langen Beifall.

Der Parteitag und ihre Wahl standen unter dem Eindruck der CDU-Spendenaffäre. Merkel löste Wolfgang Schäuble an der Parteispitze ab, der das Amt nach nur 17 Monaten wieder aufgeben musste.

Die Spendenaffäre ist heute kein Thema mehr - vieles andere schon: In der ZDF-Sendung "Was nun, Frau Merkel?" am Abend des Parteitags sprach Merkel über die Rente mit 70 (die damals Merz gefordert hatte), das Asylrecht, eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in Europa und ihre Zusammenarbeit mit dem Fraktionschef: "Ich habe alle guten Voraussetzungen, mich mit Friedrich Merz gut zu verstehen."

Zwei Jahre später sah das schon anders aus: Merkel wurde Fraktionschefin - Merz musste sein Amt abgeben. Seitdem gilt das Verhältnis der beiden als zerrüttet.

Wie lange würde sich Merkel an der CDU-Spitze halten - 25 Jahre wie Helmut Kohl oder 17 Monate wie Schäuble? Das war nach ihrer Wahl völlig offen. Gewählt sei sie erstmal für zwei Jahre, dann sehe man weiter, erwiderte sie auf die Frage in der "Was nun, ...?"-Sendung. Und eine Kanzlerkandidatur? "Das ist ja nun heute wirklich nicht das Thema", erklärte sie.

Dass mit der Frau, die einst als "Kohls Mädchen" belächelt wurde, zu rechnen sein würde, prognostizierte der damalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender schon am Abend ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden: Merkels Auftritt auf dem Parteitag habe ein klares Signal gesendet: "Da wird kein Platz mehr sein für innerparteiliche Konkurrenten im Wartestand", kommentierte er. "Auch der Kanzler wird mit ihr rechnen müssen."

2005 löste Merkel Gerhard Schröder (SPD) im Kanzleramt ab. Mittlerweile regiert sie in der vierten Legislaturperiode - und will diese noch zu Ende bringen, auch wenn sie nicht mehr CDU-Vorsitzende ist. "Ich wurde nicht als Kanzlerin geboren und auch nicht als Parteivorsitzende - wahrlich nicht", sagte sie in ihrer Abschiedsrede auf dem CDU-Parteitag 2018. "Es war mir eine Ehre."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.