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Urgestein der Partei - CDU-Politiker Heiner Geißler ist tot

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Der ehemalige CDU-Politiker Heiner Geißler ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren. Geißler war von 1977 bis 1989 Generalsekretär unter Bundeskanzler Helmut Kohl, außerdem mehrere Jahre lang Bundesfamilienminister. Später engagierte er sich bei der globalisierungskritischen Organisation Attac.

Der frühere Bundesminister und CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot. Bis zuletzt engagierte er sich politisch und bezog dabei zunehmend auch linke Positionen.

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Geißler kam am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt. Vor seiner politischen Karriere war der Vater von drei Söhnen vorübergehend Mitglied des Jesuitenordens, dann Amtsrichter.

Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl (beide CDU) war Geißler von 1967 bis 1977 Sozialminister in Rheinland-Pfalz, anschließend wurde er CDU-Generalsekretär. Kohl berief den promovierten Juristen 1982 zum Familienminister. Der Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei und führte unter anderem ein Erziehungsgeld ein.

Vermittler bei Stuttgart21

Heiner Geißler galt als einer der prominentesten Querdenker der Christdemokraten. Später kam es zum Bruch mit Kohl. Geißler bezeichnete Kohl als "Erzübel" der CDU und warf ihm vor, Führerkult zu betreiben.

Später wurde Geißler Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac. Seine letzte ganz große Mission hatte Geißler, als er im Alter von 80 Jahren 2010 den Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 schlichtete. Bis zuletzt äußerte er sich zu aktuellen politischen Themen. So kritisierte er etwa noch im März die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Bundes-Vize Julia Klöckner, weil diese Reformen an den Hartz-Gesetzen abgelehnt hatte.

Merkel: "brillant, streitbar und selbstbewusst"

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel würdigte Geißler als einen der markantesten Köpfe der Christdemokraten. Er sei "intellektuell herausragend, rhetorisch brillant, streitbar und selbstbewusst" gewesen, erklärte Merkel am Mittag gemeinsam mit Generalsekretär Peter Tauber in Berlin.

Ähnlich äußerte sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Kondolenzschreiben an die Witwe des Verstorbenen. Das Land verliere "eine unvergleichliche politische Persönlichkeit, die bis ins hohe Alter gerade auch für junge Menschen Vorbild war", heißt es darin. Geißler habe über Jahrzehnte das Land mitgeprägt, erklärte Steinmeier. "Er war mit einer Leidenschaft Politiker und mit einer Hingabe Mitgestalter unseres Gemeinwesens, die selten zu finden waren und sind", schreibt das Staatsoberhaupt.

Altmaier: "Sein Vermächtnis bleibt"

Politiker von Union, SPD und Grünen reagierten erschüttert auf den Tod von Geißler und drückten ihre Hochachtung für die Lebensleistung des Rheinland-Pfälzers aus. Kanzleramtschef Peter Altmaier schrieb auf Twitter, Geißler habe die CDU geprägt: "Soziale und ökologische Verantwortung, Menschlichkeit. Ich bin tief erschüttert. Sein Vermächtnis bleibt."

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner nannte Geißler einen großen Rheinland-Pfälzer, streitbar und klug. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schriebt auf Twitter: "Intellektuell brillant, Politik aus Grundsätzen gestaltend und scharf in der Debatte - das war Heiner Geißler. Er war einer unserer Besten."

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann schrieb ebenfalls auf Twitter, Deutschland verliere mit Geißler einen großen Demokraten und "streitbaren Politiker, der es keinem leicht gemacht hat. Seine Stimme wird fehlen." Der Grünen-Politiker Omid Nouripour schriebt: "Ein Mann der Werte und der Haltung ist von uns gegangen."

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