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CDU-Regionalkonferenz - Merz punktet beim AKK-Heimspiel

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Auch bei der zweiten Regionalkonferenz der CDU ist der Andrang riesig. Sich untereinander abzugrenzen, fällt den Bewerbern für den Parteivorsitz aber nicht ganz leicht.

Friedrich Merz (links), Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn auf der CDU-Regionalkonferenz im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein.
Kandidatenschau in Idar-Oberstein: Merz, Kramp-Karrenbauer, Spahn (von links)
Quelle: dpa

Es ist ein Heimspiel für Annegret Kramp-Karrenbauer. Das rheinland-pfälzische Idar-Oberstein, Schauplatz der zweiten von acht CDU-Regionalkonferenzen, liegt in unmittelbarer Nähe zum Saarland - dem Bundesland, das sie einst als Ministerpräsidentin regierte. Entsprechend stark vertreten ist die Saar-CDU. Deren Mitglieder wollen "AKK" bei der Vorstellungsrunde der aussichtsreichsten Kandidaten für den Parteivorsitz unterstützen.

Und so überrascht es wenig, dass die Generalsekretärin den längsten Applaus nach ihrer kämpferischen Rede erhält. Darin macht sie deutlich, dass sie für Erneuerung und Dynamik steht - was das inhaltlich bedeutet, bleibt sie vorerst schuldig. Auch, wie sie sich von ihren Konkurrenten um den Parteivorsitz abgrenzet - Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Sympathien im Saal hat sie trotzdem.

Merz: Werteorientierte Partei

Viele in der CDU rufen nach 18 Jahren unter Angela Merkel nach Erneuerung. Gut 2.000 Mitglieder aus den Landesverbänden Rheinland-Pfalz, Saar und Teilen Hessens wollen sich ein Bild von den aussichtsreichsten Kandidaten machen. "Weil unsere Partei lebt und es wissen will", sagt die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Julia Klöckner. Alle drei Kandidaten loben die neue Debattenkultur.

Mit klaren Positionen füllt vor allem Friedrich Merz die Debatte. Eine "werteorientierten Partei" auf dem Boden der christlich-abendländisch-jüdischen Kultur, ein Stärkung der Bundeswehr und ein funktionierender Polizeiapparat - das stößt im Saal auf Beifall, ebenso wie seine Wertschätzung der Europäischen Union. "Es gibt kein Land, dass so sehr auf den Erfolg dieser Europäischen Union angewiesen ist, wie die Bundesrepublik Deutschland", macht er deutlich. Seine Zielvorgabe, die Hälfte der an die AfD verlorenen Wähler zurückgewinnen zu wollen, stößt ebenfalls auf längeren Applaus.

Spahn und der Geist Helmut Kohls

Spahn indes bemüht den Rückblick auf Helmut Kohl. Dieser habe die Partei einst ebenfalls in schwerer Zeit mit neuer Dynamik nach oben geführt. Der spätere Kanzler sei damals auch mit 39 Jahren schon Ministerpräsident geworden, obwohl viele ihm vorgehalten hätten, er sei zu jung und zu unerfahren. Einen Vergleich zu seiner Kandidatur wolle er damit nicht ziehen, sagt Spahn - ihm gehe es lediglich um die Erneuerung der Partei, wie sie auch schon unter Kohl stattgefunden habe.

Spahn spricht auch in Idar-Oberstein den UN-Migrationspakt an, den er gerne auf der Tagesordnung des Bundesparteitag im Dezember auf der Tagesordnung sehen würde. Das kommt bei der Basis gut an - und das trotz deutlicher Kritik aus der Parteispitze an Spahns Vorstoß. "Mehr Mut auch zur Debatte in der Sache", fordert Spahn. Dafür sind die CDU-Mitglieder heute in die Messehalle der Schmuckstadt gekommen.

Es zeichnet sich ein Zweikampf ab

Auf Kramp-Karrenbauer ließe sich an diesem Abend auch der Merkel-Slogan "Sie kennen mich" übertragen. Auf Nachfrage erläutert sie, auch grüne Themen besetzen und in diesem Spektrum Wähler wieder in die CDU lotsen zu wollen. Dafür erntet sie Applaus im Saal - und anerkennendes Nicken von Friedrich Merz. Wie schon bei der ersten Regionalkonferenz in Lübeck liefert sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihm. Merz bietet ihr bei ihrem Heimspiel Paroli und kann bei der Basis punkten. Auch wenn erst zwei von acht Regionalkonferenzen absolviert sind: Für Spahn könnte es schwierig werden, die beiden einzuholen.

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