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Rennen um CDU-Vorsitz - Koch: "Merz hat politische Grundsätze durchgehalten"

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Der frühere Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch, setzt auf Friedrich Merz als CDU-Parteichef - und begründet das mit dessen beruflicher Erfahrungen außerhalb der Politik.

Der ehemalige Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch, setzt auf den Kandiaten Friedrich Merz als neuen CDU-Parteivoristzenden - und begründet das vor allem auch mit dessen beruflichen Erfahrungen außerhalb der Politik.

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ZDF: Warum ist Friedrich Merz Ihr Favorit?

Koch: Ich glaube, dass wir in einer Situation sind, in der politische Erfahrung und der Wille, Profil zu zeigen, sehr wichtige Elemente sind. Wenn das auch noch kombiniert werden kann mit der Erfahrung außerhalb der Politik, dann ist das für die CDU eine interessante Stellung, die sie auch von anderen im politischen Wettbewerb unterscheiden würde und deshalb glaube ich, ist das ein gutes Angebot.

ZDF: Was kann Friedrich Merz besser als Jens Spahn oder Annegret Kramp-Karrenbauer?

Koch: Zunächst einmal kann die CDU stolz darauf sein, dass alle Kandidaten sehr gut sind, die da jetzt kandidieren und es eine große Vielfalt ist. Ich glaube, jeder hat da seine Stärken. Friedrich Merz sicher in der Wirtschaftspolitik, Annegret Kramp-Karrenbauer als langjährige Ministerpräsidentin und Jens Spahn, als einer der sicher jungen Hoffnungsträger, der CDU, der er unabhängig von jedem Ergebnis auch bleiben wird. Aber Friedrich Merz ist eben auch jemand, der zeigen kann, dass er über lange Lebensphase mit sehr unterschiedlichen beruflichen Stationen politische Grundsätze und Überzeugungen auch durchgehalten hat, was ihn auch in die Lage versetzt, mit dieser Autorität nun Politik für Deutschland gestalten zu können.

ZDF: Was erwarten Sie von Merz, wenn er Parteichef werden würde?

Koch: Ich glaube das Wichtigste, was alle in der CDU von dem oder der neuen Parteivorsitzenden erwarten, ist, dass wir sehr schnell in eine Position zurückkommen, die nicht bei 25, sondern erst bei 35 bis 40 Prozent der Zustimmung liegt. Das ist existenziell für eine Volkspartei und das wird auch im kommenden Jahr bei den keineswegs einfachen Wahlen in den neuen Ländern von großer Bedeutung sein.

Also, es geht nicht um lange Vorbereitungszeit. Es geht um einen direkten Antritt des neuen Parteivorsitzenden, dafür zu sorgen, dass die CDU mit klarem Profil auf ihre Erfolge verweist und dann aber auch als geschlossene Mannschaft in diese Auseinandersetzung geht, weil sonst werden wir sehr große Schwierigkeiten haben, das Jahr 2019 gut zu überstehen.

ZDF: Wäre Friedrich Merz auch ein passender Kanzler?

Koch: Die CDU wählt jetzt einen Parteivorsitzenden. Dass der Parteivorsitzende oder die Parteivorsitzende ein wichtiges Wort dabei mitzureden hat, wie öffentliche Ämter wie das des Kanzlers besetzt werden, ist selbstverständlich - so viel, aber auch nicht mehr.

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ZDF: Was erhoffen Sie sich von Merz?

Koch: Friedrich Merz hat ja deutlich gesagt, seine Kandidatur ist kein Umsturz. Ich glaube, dass es eine klare Aufgabenstellung des Parteivorsitzenden in dieser neuen Rolle ist, das Profil der CDU zu schärfen, klarzumachen, dass wir eine Alternative für die politische Entwicklung in Deutschland im Sinne von innerer Sicherheit, guter wirtschaftlicher Entwicklung, auch einem Stück Selbstbewusstsein des Landes im internationalen Wettbewerb zu repräsentieren haben und ich glaube, dass jemand mit seiner Weltoffenheit und Weltläufigkeit, aber auch seiner Bodenständigkeit, in Deutschland ein guter Kandidat dafür sein kann.

ZDF: Ist seine Tätigkeit für den US-Vermögensverwalter BlackRock ein Problem?

Koch: Wir Deutsche haben eine Neigung, wirtschaftlichen Erfolg nicht besonders attraktiv zu finden, wenn er von Politikern geleistet wird. Ich glaube, dass das falsch ist. Ich glaube, dass viele Länder auf der Welt da einen gelasseneren Blick haben. Aber ich glaube, dass Friedrich Merz jemand ist, der mit dem, was er in seiner beruflichen Tätigkeit gemacht hat, auch deutlich machen kann, dass man das nicht loslösen muss von einem allgemeinen politischen und gesellschaftspolitischen Verständnis. Und die Aufgaben, die er dort wahrgenommen hat, sind durchaus von ihm sehr erfolgreich wahrgenommen worden. Das ist nichts Schlechtes für jemanden, der auch ein Land verantwortlich führen muss.

ZDF: Wäre er da nicht angreifbar?

Koch: Profil bedeutet immer, dass man angreifbarer ist, als wenn man kein Profil hat. Das gilt für jeden und für alles, auch für Friedrich Merz. Aber ich glaube, am Ende braucht unsere Demokratie mehr Persönlichkeiten mit Profil, mehr Auseinandersetzungen um Sache und um Personen, um Entscheidungen zu treffen, hinter der Menschen auch stehen.

ZDF: Glauben Sie an ein harmonisches Verhältnis mit Merkel?

Koch: Also ich glaube, dass sowohl Angela Merkel als auch Friedrich Merz sehr professionell und nüchtern arbeitende Menschen sind und das in ihrem ganzen Leben bewiesen haben. Die Beiden werden nicht eingeladen, zusammen in den Urlaub zu fahren, sondern gemeinsam Verantwortung für Deutschland zu übernehmen und das werden sie im demokratischen Respekt auf jeden Fall hinbekommen.

Die Fragen stellte die Redaktion des ZDF-Politmagazins "frontal21".

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