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Weltgrößte Computermesse - Besucherschwund: Aus für die Cebit

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Sie war die weltgrößte Computermesse - jetzt ist sie Geschichte: Die Cebit wird eingestellt. Tatsächlich spielt das Thema Digitalisierung längst auf allen Fachmessen eine Rolle.

Archiv: Messebesucher auf der Cebit am 21.03.2017
Auch das neue Konzept half nicht: Die Cebit hört auf.
Quelle: dpa

Die einst weltgrößte Computershow wird eingestellt. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher. Die Mitarbeiter würden zur Zeit informiert. Kündigungen solle es aber nicht geben, sagte er und verwies auf "zahlreiche offene Stellen im Unternehmen" der Deutschen Messe.

Künftig sollen die "industrienahen Digitalthemen" der Cebit in die Hannover Messe integriert werden. "Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder über die thematische Überschneidung von Hannover Messe und Cebit diskutiert", erklärte Messe-Vorstandschef Jochen Köckler. Die Digitalisierung sei bei nahezu allen Fachmessen das beherrschende Thema - eine Messe wie die Cebit stoße daher zunehmend auf eine sinkende Nachfrage. Für die übrigen Themenfelder sollten nun spezielle Fachveranstaltungen entwickelt werden.

In diesem Jahr hatten die Organisatoren der Deutschen Messe AG noch versucht, die Cebit als "Europas führendes Digital-Event" neu zu positionieren - mit runderneuertem Gewand und mit Festival-Charakter. Die Cebit-Macher zogen zwar ein positives Fazit für ihr neues Konzept. Alle Ziele seien erreicht worden, sagte Messe-Vorstand Oliver Frese. Doch die Computerschau lockte auch in neuem Gewand nur 120.000 Menschen aufs Gelände - noch einmal deutlich weniger als 2017 mit 200.000 Besuchern. Auch für 2019 waren die Flächenbuchungen rückläufig.

Einstmals 800.000 Besucher

Zu den besten Zeiten um die Jahrtausendwende hatte die Cebit bis zu 800.000 Besucher gezählt, dann ging die Kurve kontinuierlich nach unten. Die alte und neue Cebit seien nicht zu vergleichen, betonte Frese Mitte Juni. Aussteller und Partner seien allesamt zufrieden gewesen. In wirtschaftlichen Zahlen spiegelte sich diese Begeisterung allerdings nicht unbedingt wider. "Unabhängig von der positiven Resonanz, die das neue Konzept fand, muss es sich natürlich auch für den Veranstalter rechnen", erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. Markt und Messelandschaft hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt.

Erstmals hatte die Cebit im laufenden Jahr im Sommermonat Juni statt im Schneeregen des März stattgefunden. Roboter und autonome Fahrzeuge wurden präsentiert, der Software-Konzern SAP steuerte mit einem Riesenrad zur lockeren Atmosphäre bei - und spendierte der Messe ein neues Wahrzeichen. "Wir wollen die Leitveranstaltung für die digitale Transformation sein und auch jüngere Zielgruppen anziehen", hatte Frese kurz vor Messebeginn noch erklärt. Große Messe-Kunden wie Hewlett Packard Enterprise, Vodafone und Salesforce unterstützten den Angaben zufolge das neue Messe-Konzept. Microsoft dagegen hatte in diesem Jahr auf eine Cebit-Präsenz verzichtet.

Die Messe war erstmals 1986 ausgerichtet worden. "Die Cebit war für drei Jahrzehnte ein echtes Aushängeschild und hat maßgeblich zum Renommee der gesamten deutschen Informations- und Kommunikations-Wirtschaft beigetragen", urteilte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall, Volker Schmidt. Das Aus sei "ein Schlag ins Kontor für den Messestandort Hannover und damit für den gesamten Wirtschaftsstandort Niedersachsen".

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