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Power-Frauen drängen auf die Bühnen

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Gleichberechtigung in der Musik - Power-Frauen drängen auf die Bühnen

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Noch immer ist die Musik-Szene männerdominiert - obwohl viele junge Künstlerinnen längst am Durchstarten sind. Mehr Chancengleichheit wird nun beim Reeperbahn-Festival gefordert.

Billie Eilish bei ihrem Auftritt auf dem Lollapalooza Festival in Berlin am 07.09.19
Billie Eilish: Das 17-jährige Super-Talent aus den USA.
Quelle: dpa

Beim Reeperbahn-Festival gehen die Macher mit einem gesellschaftlichen Topthema in die Offensive - dem "Keychange"-Programm zur Gleichstellung der Geschlechter in der Musik, das bis 2022 einen Frauenanteil von 50 Prozent erreichen will.

"Die Musikbranche sieht sich als Ort gelebter Vielfalt und Motor für zeitgemäße gesellschaftliche Veränderungen. In ihren Strukturen bildet sich das aber längst nicht ab", betont der Festival-Gründer und -Geschäftsführer Alex Schulz. "Weibliche, trans- und non-binäre Künstlerinnen und Künstler haben weniger Auftrittsmöglichkeiten, Airplay und vor allem Entwicklungsmöglichkeiten als männliche. Sie verdienen weniger und bekommen schwieriger Jobs in der Musikbranche."

Männerüberschuss auf den Bühnen und in den Tonstudios

Auch in Deutschland wird die männliche Dominanz etwa bei Popfestivals kritisiert. Laut "Keychange" sieht es mit der Gender-Gerechtigkeit insgesamt trist aus. Unter den Produzenten der 600 populärsten Lieder waren nur etwa 2 Prozent Frauen oder divers. Bei den registrierten Songwritern sind 84 Prozent männlich. Und neun von zehn Grammy-Nominierten zwischen 2012 und 2018 waren Männer.

Im krassen Widerspruch dazu steht die Wertschätzung, die Frauen im aktuellen Pop, Rock, Soul und Hip-Hop von Musikkritikern erfahren. So hob der Berliner Experte Jens Balzer in seinem Buch "Pop: Ein Panorama der Gegenwart" (2016) die Bedeutung von Rihanna oder Beyoncé für den Zeitgeist hervor, aber auch die Vorreiterinnen-Rolle von eher avantgardistischen Musikerinnen wie Julia Holter oder Holly Herndon.

Immer mehr junge Frauen erobern den Markt

Immer mehr junge, mutige, oft der LGBTQ-Szene (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Queer) angehörige Frauen leben ihre Kreativität in der Musik aus - mit Erfolg. Es sind Sängerinnen, Songwriterinnen, Multi-Instrumentalistinnen und Gitarristinnen aus Europa, den USA oder Australien/Neuseeland. Eine kleine Auswahl von derzeit besonders interessanten Power-Frauen in der Popmusik:

So viel Begabung, so viel Klasse - und doch nur zweite Geige hinter den Herren der Schöpfung? Reeperbahn-Festivalchef Alex Schulz fordert deswegen schon länger eine zeitlich begrenzte Frauenquote etwa für Airplay und Konzertspielpläne. Der "Keychange"-Mitgründer erklärt das im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur so: "Musikalisches Talent ist gleich verteilt auf Frauen und Männer, aber viele gleich gute Beiträge von Künstlerinnen erreichen niemals die Öffentlichkeit." Eine Quote auf Zeit erzeuge "eine qualitativ hochwertigere und eine geschlechtlich ausgeglichene Generation" in der Musik, und sie verändere die Hörgewohnheiten der Fans.

Beim Reeperbahn-Festival 2019 sollen deutlich über 40 Prozent der auftretenden Musiker weiblich sein. Das "Keychange"-Ziel bis 2022 (50 Prozent) "schaffen wir locker", sagt Schulz. Im Rahmen dieser Gender-Offensive sind in Hamburg wieder etliche Talente am Start, die womöglich noch groß abheben: die Rapperin Ebru Düzgün alias Ebow, die Soul-Künstlerin Onejiru und das Frauen-Duo Gurr aus Deutschland, die norwegische Popsängerin Aurora, die stimmgewaltige Donna Missal aus den USA sowie die britischen Musikerinnen Georgia und Billie Marten.

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