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"Channel Aid"-Konzert - Rita Ora singt für den guten Zweck

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"Channel Aid" ist der erste YouTube-Kanal, der für den guten Zweck streamt. Dafür gewinnen die Deutschen auch internationale Stars - so wie gestern beim Charity-Konzert in Hamburg.

Auf dem YouTube-Kanal "Channel Aid" wird für den guten Zweck gestreamt – unter anderem ein Konzert von Rita Ora in der Hamburger Elbphilharmonie.

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2 min
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Es gibt Ideen, auf die muss man einfach kommen. Die Werbeklicks auf dem Videoportal YouTube etwa als Spende zu verbuchen und so behinderten Menschen die Möglichkeit geben, Sport zu treiben, Tanzen zu lernen, Handball zu spielen.

Auf diese Idee kam Fabian Narkus. Der YouTuber wollte mit seiner kleinen Agentur etwas Großes auf die Beine stellen. Er wollte weltweit Geld einsammeln, Hilfe organisieren. Als ehemaliger Tennis-Spieler kannte er die großen Probleme im Sport: behinderte und nicht behinderte Menschen in derselben Mannschaft, auf dem gleichen Tanzparkett, dem gleichen Center Court. Dazu braucht es Idealisten - und Geld.

Charity-Konzert in der Elbphilharmonie

Idealistisch ist Narkus. Das Geld wollte er beschaffen. So kam ihm die Idee eines Wohltätigkeitskanals auf YouTube. Seit einem halben Jahr hat er jetzt die eine Mission: den Charity-Channel bekannt zu machen. Je mehr Nutzer sich durch die Videos klicken, je mehr Nutzer die Werbung auf dem Kanal schauen, desto mehr Spendengeld kommt zusammen.

Als YouTuber war Narkus klar: der Erfolg kommt mit den Inhalten. Von Sexberatung über Kochtipps war in der Anfangsphase alles dabei. Andere YouTuber stellten einige ihrer Videoblogs zur Verfügung. Mühsam ernährt sich auch ein Spendenkanal.

Und wieder hatten Narkus und sein Team eine Idee: ein Charity-Konzert in der Elbphilharmonie - mit einem international bekannten Künstler. Der Kartenverkauf geht direkt in den Spendentopf. Sponsoren und Freiwillige tragen die Show. YouTube-Stars zu finden war naheliegend. Es sollte aber noch ein großer Name auf die Plakate. Nach viel klinkenputzen konnte Narkus schließlich Rita Ora für seine Sache gewinnen. Die gebürtige Kosovarin war von der Hilfsidee sofort begeistert. Gerade die Integration von behinderten Kindern ist der Wahl-Londonerin ein großes Anliegen.

Bei Rita Ora steigen die Zugriffszahlen

Der Top Act stand - das Konzert konnte starten. Die Karten waren online innerhalb von weniger als einer halben Minute vergriffen. Bis zu 250 Euro auf den vorderen Plätzen. Wieviel am Ende im Spendentopf landet, müssen Fabian Narkus und sein Team noch ausrechnen. Die Elbphilharmonie ist käuflich, umsonst findet in Hamburgs Konzerthaus keine Veranstaltungen statt - das hatte die Stadt von Anfang an klargestellt. Nicht mal Sponsorenlogos dürfen im oder am Gebäude angebracht werden.

Der obligatorische rote Teppich war deshalb vorgelagert in das Café auf der anderen Straßenseite. Die Sponsoren-Fotowand stand direkt vor dem gefüllten Tresen. Vorne Hamburgs Prominenz, dahinter Kuchen und Croissants.

Das Konzert war live auf YouTube zu sehen. Dass "Channel Aid" die Starthilfe von Rita Ora brauchen kann, zeigte der Zähler beim Livestream. Am Anfang waren es 671 Nutzer, später wurden es rund 2.000. Beim eigentlichen Auftritt der Pop-Sängerin stiegen die Zugriffszahlen. Nach drei Liedern war online allerdings Schluss, während sich in der Elbphilharmonie noch eine Dreiviertelstunde länger Lieder und Anekdoten der Sängerin abwechselten. Auch von der Barfuß-Zugabe ohne Schuhe bekamen die Online-Adressaten nichts mehr mit. Nach zwei Stunden, 52 Minuten und 17 Sekunden tauchte eine Texttafel auf, die man sonst nur aus dem TV kennt: Störung.

Das nächste Konzert steht schon

Bis dahin traten in der YouTube-Welt bekannte Künstler auf. Der Klavier-Virtuose Costantino Carrara, die Kölnerin Nicole Cross und das New Yorker Stimmwunder Max sorgten für gute Stimmung im großen Saal der Elbphilharmonie. Eine stimmige Mischung. Wenngleich alle auf den großen Star warteten. Ein Konzert ohne viel Tanz, ohne viel Bühnentechnik. Dem schon beinahe heimeligen, großen Saal der Elbphilharmonie angemessen. Auch Rita Ora stellte auf der Bühne fest, dass sie sich vorkomme wie im heimischen Wohnzimmer.

Und dazu passte dann auch irgendwie, dass die große weite YouTube-Welt am Ende draußen blieb und alle in der Elbphilharmonie unter sich blieben. Eine Idee mit Fortsetzungsgarantie: am 2. Juli steht das nächste "Channel Aid"-Konzert an. Dann kommt Soul-Hip-Hopper Cro in die Elbphilharmonie. Auch das verspricht einen großen musikalischen Kontrast zum klassischen Konzerthaus und eine gute Quote auf dem Spendenkanal - wenn, ja wenn nicht wieder das Wort "Störung" dazwischen kommt.

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