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Nach Äußerungen zu Charlottesville - Ex-CIA-Chef: Trumps Worte sind "nationale Schande"

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Die Verbindungen von US-Präsident Trump zu rechten Gruppen und Gesinnungen sowie seine Äußerungen zur Gewalt in Virginia haben in den USA eine Grundsatzdebatte über Werte und Selbstverständnis ausgelöst. Der Präsident selbst sieht sich einer beispiellosen Empörung ausgesetzt.

US-Präsident Donald Trump hat seine Verurteilung der rassistischen Gewalt in Charlottesville relativiert. "Beide Seiten" seien für die Zusammenstöße verantwortlich und auf beiden Seiten habe es auch "ausgezeichnete Leute" gegeben.

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Der frühere CIA-Chef John Brennan hat sich in einem Brief an den US-Fernsehmoderator Wolf Blitzer mit harschen Worten über Präsident Donald Trump beklagt. "Herrn Trumps Worte und die Einstellung, die sie repräsentieren, sind eine nationale Schande", schrieb Brennan in dem Brief, den der Nachrichtensender CNN auf seine Internetseite stellte.

"Risiko für gemeinsame Zukunft"

"Alle Amerikaner, die bei Vernunft sind, müssen seine hässlichen und gefährlichen Kommentare zurückweisen", so Brennan weiter. Ansonsten werde Trump der US-Gesellschaft und der Stellung des Landes in der Welt dauerhaften Schaden zufügen. "Mit seinen Worten setzt Herr Trump unsere nationale Sicherheit und unsere gemeinsame Zukunft einem großen Risiko aus."

Der 1948 in Augsburg geborene CNN-Moderator Blitzer hatte kurz zuvor in einer Sendung erwähnt, seine vier Großeltern seien während der Nazi-Herrschaft ums Leben gekommen. Seine Eltern hatten das Nazi-Konzentrationslager Auschwitz überlebt.

Trump war nach seinen Äußerungen zur rechtsextremen Gewalt in Charlottesville massive Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft entgegengeschlagen. Nachdem immer mehr Firmenchefs seine wirtschaftlichen Beratergremien aus Protest verlassen hatten, löste er zwei davon am Mittwoch kurzerhand auf. Führende Politiker aller Couleurs mahnten ihren Präsidenten zu einer eindeutigen Verurteilung rechtsextremer Ideologie.

Regelrechte Straßenschlachten

Trump hatte in seiner ersten Reaktion neben den Rechtsextremen auch die Gegendemonstranten für die Eskalation in Charlottesville am vergangenen Samstag verantwortlich gemacht, am Montag dann verurteilte er alle Gewalt durch weiße Rassisten und Neonazis, doch in einer hitzigen Tirade vor Journalisten am Dienstag bekräftigte er wieder seine erste Darstellung. An der Demonstration am Samstag hätten "einige sehr schlechte Leute" teilgenommen. "Aber da waren auch Leute, ausgezeichnete Leute, auf beiden Seiten", sagte er.

Rechte Gruppen waren am Samstag in Charlottesville aufmarschiert, um gegen die Entfernung der Statue eines Konföderiertengenerals zu protestieren. Doch die Neonazis, Mitglieder des Ku-Klux-Klans und Rassisten, die bereits am Vorabend aufmarschierten, skandierten auch Parolen wie "Die Juden werden uns nicht ersetzen" und lieferten sich mit Gegendemonstranten regelrechte Straßenschlachten. Eine Frau kam ums Leben, als ein mutmaßlicher Neonazi sein Auto in einige der Gegendemonstranten rammte.

Ermahnungen von den Bushs

Die Geschehnisse und Trumps Aussagen dazu entfachten in den USA eine Diskussion über grundlegende amerikanische Werte. Die früheren republikanischen US-Präsidenten George H.W. und George W. Bush mahnten: "Amerika muss immer rassistischen Fanatismus, Antisemitismus und Hass in jeglicher Form zurückweisen" und auch die Oberbefehlshaber der vier Zweige des US-Militärs bezogen ungewöhnlich deutlich gegen Rassismus und Extremismus Stellung.

Trumps Äußerungen wurden in diesen Erklärungen nicht explizit erwähnt, einige Politiker und Unternehmer nahmen aber kein Blatt vor den Mund. Der republikanische Senator Lindsey Graham warf dem Präsidenten vor, das Land zu spalten. Viele Republikaner würden sich der Vorstellung widersetzen, "dass die Partei Lincolns den David Dukes dieser Welt den roten Teppich ausrollt". Duke ist ein ehemaliger Führer des Ku-Klux-Klans.

Aus Protest gegen Trumps Äußerungen waren seit Samstag eine ganze Reihe von Mitgliedern der Wirtschaftsberatergremien des Weißen Hauses zurückgetreten, darunter die Chefs des Pharmariesen Merck oder des Chip-Herstellers Intel. Um der kompletten Auflösung der Räte zuvorzukommen, kündigte Trump über Twitter dann selbst deren Schließung an. Einer der Räte hatte jedoch schon zuvor selbst entschieden, sich aufzulösen. Nur 24 Stunden zuvor hatte Trump noch diejenigen, die seinem Industrierat den Rücken gekehrt hatten, als "Wichtigtuer" bezeichnet und behauptet, es gebe genug andere, die an ihre Stelle treten wollten.

Gedenken in Charlottesville

In Charlottesville nahmen Tausende derweil Abschied von der am Samstag getöteten Frau. Ihre Mutter sagte bei der Gedenkfeier, sie hoffe dass der Tod der 32-jährigen Rechtsanwaltsgehilfin nicht umsonst, sondern der Anfang ihres Vermächtnisses gewesen sei.

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