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Weltwirtschaftsforum - Amerikas "Cheerleader" in Davos

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Der Auflauf beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist immens, als US-Präsident Trump seine Rede hält. Überraschendes sagt er nicht, außer dem Bekenntnis, Amerikas Cheerleader zu sein.

Vor der Finanz- und Wirtschaftselite in Davos hat US-Präsident Donald Trump um Investitionen in den USA geworben und den Konzernchefs eine glänzende Zukunft in Amerika versprochen. Top-Manager wie Siemens-Chef Joe Kaeser lobten Trump für seine …

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Natürlich ist alles "great", "very good", "fantastic" - jeder Staatschef, den US-Präsident Donald Trump während seines 30-stündigen Aufenthalts in der Schweiz traf, bekam das zu hören, von Britanniens Theresa May über Benjamin Netanyahu aus Israel bis hin zu Ruandas Paul Kagame, der "hervorragende Arbeit leistet", so Trump. In Ruanda war der Präsident aber noch nicht, auf Großbritannien hatte er vor einiger Zeit auch lieber verzichtet. Die Briten könnten ihn ja nicht so "marvellous" finden wie er sich selbst, der keinem Eigenlob aus dem Weg geht. Zum Glück hatte man ihm die Abschlussrede auf dem Weltwirtschaftsforum zugedacht. Da konnte Trump vor großer Kulisse die Dinge zurechtrücken.

Wer auf neuere Erkenntnisse gehofft hatte, wurde enttäuscht. Auf dem Weg durchs Spalier der Gäste und Reporter im Davoser Kongresszentrum nutzte er noch schnell die Gelegenheit, einem Journalisten der "New York Times" mehrfach ein grimmiges "Fake News! Fake News!" zuzurufen, dann betrat er den mit 1.200 Zuhörern überfüllten Saal und verwandelte sich in einen Außendienstmitarbeiter der mittelgroßen Firma U.S.A., die gern ein bisschen expandieren möchte.

Trump: "America first" bedeutet nicht "America alone"

Äußerst moderat im Ton und dabei teils fehlerhaft in der Sache trug er vor, welche Rekorde seit seinem Amtsantritt so aufgetaucht seien. Etwa die Höchststände des Börsenindex Dow Jones. Und die niedrigste Arbeitslosigkeit bei Frauen und farbigen Amerikanern und solcher Amerikaner hispanischer Abstammung (die Gesamt-Arbeitslosenquote sieht nicht so perfekt aus, aber auch nicht schlecht). Und seine Steuerreform (drei Wochen alt) habe bereits zu Begeisterung bei den amerikanischen Unternehmen geführt, auch den Familienunternehmen geringer Größe. Und "America first" heiße nicht "America alone", was wohl als Moderationsversuch im international etwas aufgeheizten Handelsklima gemeint war.

Trumps Rede beim Weltwirtschaftsforum kam bei der Wirtschaft zunächst einmal gut an. Viele seiner Aussagen betrachten die Wirtschafts-Bosse aber mit Skepsis, berichtet ZDF-Wirtschaftsexperte Reinhard Schlieker aus Davos.

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In der Tat haben mehrere große US-Unternehmen angekündigt, einen Teil ihrer Steuerersparnis an die Mitarbeiter weiterzugeben, in Form von Bonuszahlungen von 1.000 Dollar (AT&T) oder Erhöhungen des Mindestlohns (von neun auf elf Dollar, Wal-Mart). Was davon Publicity ist und was Bestand hat, mag man später sehen.

"Erster Cheerleader" Amerikas

Jedenfalls forderte Trump die internationale Gemeinschaft auf, in den USA zu investieren, und klang dabei wie ein Mittelding aus Fremdenverkehrsamt und Handelskammer. Es hörte sich an, als sei nach jahrelanger finsterer Diktatur nun die Sonne über dem Land zwischen New York und San Francisco aufgegangen, was in etwa so glaubwürdig ist wie die Behauptung, er habe den bürokratischen Drachen gezähmt. Immerhin, er habe für jede neue Regulierung mehrere alte abgeschafft. Die Frage im bürokratischen Amerika ist nur, wann das Fehlen mancher Regulierung dem ersten Staatsbürger auffällt.

Mit mehr Bedeutungsinhalt, als von Trump vermutlich gemeint, bezeichnete er sich als den ersten Cheerleader seines Landes und forderte die anwesenden Staatenlenker auf, dies für ihre Länder ebenfalls zu sein. Zum Glück war Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits abgereist.

Sehen Sie hier Donald Trumps Rede beim Weltwirtschaftsforum in voller Länge im engl. Originalton.

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