Sie sind hier:

Hass auf Medien - Wie Journalisten Chemnitz erlebten

Datum:

Die ZDF-Journalisten Dunja Hayali und Michael Bewerunge erlebten am Wochenende in Chemnitz, was "Wutbürger" von Medien halten. Auch andere Reporter fühlten sich "unter Feinden".

"Sie gehören gar nicht nach Deutschland", sagte ein Mann in Chemnitz zu Dunja Hayali. "Sie alle sind gemeinsam dran schuld", schrie Inge Steinmetz Hayali und ihr Team an. Die Menschen beschwerten sich gegenüber Hayali, dass "alle in einen Topf geworfen werden". Wie die Stimmung war, sehen Sie hier im Video:

Am Samstag riefen rechte Gruppen zu einem sogenannten Trauermarsch in Chemnitz auf. ZDF-Reporterin Dunja Hayali hat versucht, vor Ort mit Demonstranten zu sprechen. Mehr dazu bei "dunja hayali" am Mittwoch um 22:45 Uhr im ZDF.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Dunja Hayali wird bisweilen vorgeworfen, dass sie allein mit ihrer Person schon provoziere und das auch bewusst einsetze. Was sie aber in Chemnitz erlebte und wie sie damit umging, dafür hat ein Kollege Hayali Respekt bezeugt. Der freie Journalist Raphael Thelen, der für "Zeit" und "Spiegel" schreibt, beschrieb seine Beobachtung in einem Tweet:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Dass die Stimmung in Chemnitz vor allem am Samstag aggressiv war, berichtete für das ZDF auch Korrespondent Michael Bewerunge: Insbesondere von Demonstranten der "Pro Chemnitz"-Kundgebung sei es immer wieder zu Pöbeleien, Beschimpfungen und manchmal auch Übergriffen gegenüber Journalisten, aber auch der Polizei, gekommen.

ZDF-Sendewagen mit Fäusten bearbeitet

Das Team von Michael Bewerunge erlebte mit, wie Pegida- und AfD-Anhänger mit Fäusten den ZDF-Sendewagen bearbeiteten und die Redakteurin, die darin arbeitete, bedrohten und beschimpften. Den eigenen Sicherheitsleuten war es zu verdanken, dass nicht mehr passierte. Und er bekam auch mit, wie ein Kamerateam, das für "Stern TV" direkt neben dem ZDF-Team arbeitete, angegriffen wurde.

Michael Bewerunge ist Pöbeleien und "Lügenpresse"-Beschimpfungen bei Pegida-Veranstaltungen und Demos in Ostdeutschland seit Jahren gewohnt. Aber in Chemnitz, sagt er, habe er "eine neue Qualität der Aggression" erlebt. Die Bereitschaft zum Dialog sei überhaupt nicht mehr vorhanden, die Leute lebten nur noch "ihre Verschwörungstheorien" aus.

"Eine neue Qualität" - dieselbe Wortwahl trifft der Reporter Yves Bellinghausen, der für "faz.net" aus Chemnitz berichtete. Er habe sich im Angesicht von AfD-Anhängern wie "unter Feinden" gefühlt, so als müsse er von "der Front berichten":

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Auf der Demo der Rechten wurden Journalisten wiederholt beschimpft, an ihrer Arbeit gehindert und angegriffen. Mit dem laut skandierten Schlachtruf "Lügenpresse" wurde nicht nur versucht, ZDF-Frau Hayali einzuschüchtern, sondern etwa auch "Spiegel Online"-Reporter Max Holscher. "Manche riefen 'Journalistenschwuchtel'", notierte Holscher in sein Notizbuch.

Auch Reporter, die für "Zeit Online", "BuzzFeed" und die Funke-Mediengruppe unterwegs waren, meldeten Übergriffe per Twitter:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Mit Kamera besonders gefährlich

Georg Restle, Redaktionsleiter des ARD-Magazins "Monitor", berichtete von Übergriffen Rechtsradikaler auf sein Kamerateam. Die Reporter hätten "sich gerade noch in Sicherheit bringen" können, twitterte Restle. "Noch nie habe ich so viel Hass auf Medien erlebt wie an diesem Wochenende in Chemnitz."

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Für Kollegen, die mit Kameras unterwegs waren, wurde es besonders schwierig und mitunter gefährlich. Ein Mitschnitt des MDR etwa zeigt, wie die Reporter verdrängt und am Filmen gehindert werden.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ein anderes MDR-Team geriet in einen Hinterhalt: Die Reporter wollten, wie sie selbst berichten, die Demonstration vom Balkon eines Mietshauses aus filmen und klingelten bei den Bewohnern. Einer gab schließlich vor, kein Problem mit den Aufnahmen zu haben und ließ sie herein. Als die Journalisten einige Szenen vom Balkon aus aufgenommen hatten, ging nach MDR-Angaben plötzlich ein Mann auf das Team los, zerstörte die Kamera und schubste einen der Mitarbeiter die Treppe hinunter; der verletzte sich an der Hand.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Auch ein Reporter des Twitter-Projekts "Straßengezwitscher" wurde attackiert. Ein Mann schlug mit seiner Krücke nach der Kamera. Es war einer von vielen Übergriffen auf Journalisten an diesem Tag. 

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die schlechten Erfahrungen bestätigte "Spiegel Online"-Videoreporter Martin Jäschke: "Wenn man mit Menschen sprechen möchte, winken die meistens ab, lachen einen aus oder man bekommt blöde Sprüche zu hören. Auch uns wurde an diesem Abend mehrfach gegen die Kamera geschlagen." Solange er als Journalist erkennbar gewesen sei, habe er sich als Zielscheibe für offene Häme und Anfeindungen empfunden. Und er habe sich nur dort sicher gefühlt, wo die Polizei in der Nähe gewesen sei. Ein Gefühl, das nicht alle Journalisten-Kollegen teilen.

Polizei überfordert?

Andere Reporter erlebten die Polizei dagegen oft als untätig, hilflos und überfordert. Florian Harms, Chefredakteur von "T-Online", griff die Polizei scharf an, weil sie seinen Mitarbeiter hätte schützen müssen:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Auch "BuzzFeed"-Chefredakteur Daniel Drepper warf der Polizei Versagen vor: "Wenn Journalistinnen nicht von Demonstrationen berichten können, ohne dass sie Angst um ihre körperliche Unversehrtheit haben müssen, dann hat die Polizei hier - erneut - versagt."

Allerdings wurden auch Polizisten selbst angegriffen:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Beim "Spiegel" ist derweil eine interne Debatte über die Erlebnisse von Journalisten in Chemnitz entbrannt: "Spiegel"-Kolumnist Jan Fleischhauer, der selbst nicht vor Ort war, fragte "Wann sind wir so zimperlich geworden?" und erntete dafür die erboste Antwort:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

DJV rät zu "besonderer Vorsicht"

Der Deutsche Journalistenverband hat übrigens alle Journalisten aufgefordert, Anzeige zu erstatten, wenn sie Opfer oder Zeuge solcher Übergriffe geworden sind. Gleichzeitig rät er den Kollegen, die aus sächsischen Städten berichten, zu "besonderer Vorsicht" bei ihrer Arbeit.

"Berichtende Journalisten müssen wissen, dass sie von gewaltbereiten Rechtsextremisten als Gegner und nicht als unparteiische Beobachter gesehen werden", erklärte dazu DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall - der damit eine Aufforderung an die Polizei verband: "Das muss auch den Polizeieinsatzkräften klar sein, zu deren Aufgaben es auch gehört, Journalisten die Berichterstattung zu ermöglichen." Überall hofft, dass die Polizei aus den Fehlern der letzten Wochen gelernt habe.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.