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Präsidentenwahl - Chile: Konservativer Piñera gewinnt erste Runde

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In Chile hat Ex-Präsident und Multimillionär Sebastián Piñera die erste Runde der Präsidentenwahl gewonnen - nun gibt es eine Stichwahl mit dem Linkspolitiker Alejandro Guillier.

Sebastián Piñera nach den Wahlen in Santiago, Chile 19.11.2017
Sebastián Piñera nach den Wahlen in Santiago, Chile 19.11.2017 Quelle: reuters

Der Konservative Piñera kam bei der Abstimmung am Sonntag nach Angaben der Wahlbehörde auf rund 36,7 Prozent. Der zweite Platz war umkämpft. Der von der Mehrheit der gemäßigt linken Regierungsparteien unterstützte Senator Guillier erhielt rund 22,7 Prozent der Stimmen und setzte sich damit knapp gegen die Kandidatin des neu gegründeten Linksbündnis "Frente Amplio", Beatriz Sánchez, durch. Diese kam überraschend auf gut 20 Prozent.

Hinter Erwartungen zurückgeblieben

In einer Stichwahl werden Piñera und Guillier voraussichtlich am 17. Dezember gegeneinander antreten. Die amtierende Präsidentin Michelle Bachelet durfte laut Verfassung nicht erneut kandidieren.

Piñera liegt deutlich unter den Umfragewerten, die ihm bis zu 42 Prozent vorhergesagt hatten. Dennoch sprach er am Sonntagabend (Ortszeit) von einem "großen Wahlergebnis". Der 67-Jährige war bereits von 2010 bis 2014 Staatsoberhaupt. Er setzt auf Wirtschaftswachstum und hat angekündigt, die öffentlichen Ausgaben zu senken.

Guillier will Bildung ausbauen

Der frühere Journalist Guillier will den Reformkurs der Regierung fortsetzen und verspricht die kostenlose Hochschulbildung auszubauen. Der 64-Jährige feierte am Abend seinen Einzug in die Stichwahl und rief die Regierungsparteien zur Einheit auf. Die Mitte-Links-Koalition ist zerstritten.

Die Christdemokraten waren erstmals seit 27 Jahren mit einem eigenen Präsidentschaftskandidaten angetreten. Carolina Goic erhielt allerdings nur knapp sechs Prozent der Stimmen.

Chile gilt wirtschaftlich als Musterknabe in Lateinamerika. Doch die hohen Wachstumsraten von rund fünf Prozent sind in den vergangenen Jahren auf durchschnittlich 1,8 Prozent gesunken. Zudem besteht erheblicher Reformbedarf bei Rente, Gesundheit und Bildung. Viele Rentner sind von Altersarmut bedroht. Das Sozialversicherungssystem stammt aus der Zeit der Militärdiktatur und ist privatisiert. Die Mitte-Links-Regierung von Präsidentin Bachelet hat zahlreiche Strukturreformen, darunter eine Bildungs- und ein Steuerreform, auf den Weg gebracht, setzte sie nach Einschätzung von Experten aber mangelhaft um.

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