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Handelsstreit mit den USA - China - der unheimliche Partner im Zollstreit

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Die USA haben mit ihren Strafzöllen für die Einfuhr von Stahl und Aluminium eine Kaskade losgetreten. Deutschland ist trotz der Ausnahmen für EU-Staaten mehrfach betroffen.

Zollbeamter beim Öffnen eines Containers aus China
Zollbeamter beim Öffnen eines Containers aus China Quelle: imago

China ist ein hartleibiger Handelspartner - das wissen deutsche Unternehmen aus der täglichen Praxis. Das Riesenreich in Asien ist auch Hauptadressat der Zollinitiative von US-Präsident Donald Trump, der Peking heruntersubventionierte Preise für Eisen und Stahlerzeugnisse vorwirft. Der Diebstahl geistigen Eigentums ist für die USA ebenfalls ein Thema, in Deutschland klingt das wohlbekannt. Nicht zu Unrecht: Auch wenn immer wieder Lippenbekenntnisse, durchaus von Staatspräsident Xi Jinping zum Freihandel zu hören sind - China selbst tut alles, um seine Interessen zu schützen, meist listenreich, notfalls brachial.

Die kapitalistische Wende des Landes unter ständiger Aufsicht der Kommunistischen Partei hat zwar den Wohlstand weiter Bevölkerungskreise dramatisch angehoben. Doch ein echtes System von Wettbewerb und freiem Spiel der Kräfte kann es nicht geben, zumal nicht, seit Xi sich praktisch zum Alleinherrscher womöglich auf Lebenszeit aufgeschwungen hat.

Aus dem ursprünglichen Geplänkel könnte ein globaler Handelskrieg werden

China hat nun seinerseits Einfuhrzölle angehoben (es ist mitnichten so, als hätte es zuvor keine gegeben), allerdings betont auf amerikanische Randprodukte wie etwa Wein. In der verklausulierten Sprache internationaler Beziehungen ist das gleichbedeutend mit einem milden Klaps bei gleichzeitigem Gesprächsangebot. Unwahrscheinlich, dass Trump sich so leicht beirren lässt. Und genau das macht der deutschen Exportindustrie auf zweierlei Weise Sorgen: Die zahlreichen Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen "Partnern" dürften über kurz oder lang von den amerikanischen Restriktionen betroffen sein, vor allem auf dem Sektor der Automobilindustrie. Eine weitere Verschärfung würde sich darüber hinaus anbahnen, sollte es im Handelsstreit zu einer Verhärtung der Fronten kommen und China als dauerhaftes Hauptziel der Sanktionen aus Washington dastehen.

Im Welthandel geht ohne die Chinesen buchstäblich nichts mehr und irgendeine Aktivität hat fast immer Begegnungen mit amerikanischen Warenströmen zu tun, wo auch immer auf der Welt. Aus dem ursprünglichen Geplänkel könnte ein globaler Handelskrieg werden, bei dem das Exportland Deutschland zwischen die Fronten gerät.

Der Schaden für die Welt wäre groß

Aus solchen Handelsauseinandersetzungen sind in der Vergangenheit veritable bewaffnete Konflikte geworden. Nicht, dass der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft derartiges befürchtet - eine dauerhafte Verstimmung aber wäre durchaus denkbar. Die dann auch die Welthandelsorganisation (WTO) beträfe, die traditionell bemüht ist, weltweit verbindliche Regeln für fairen und freien Handel zu entwickeln und zu überwachen. Diese internationale Organisation geriete zwischen die Mühlsteine. Einen messbaren Schaden haben die Auseinandersetzungen bereits an den Finanzmärkten weltweite verursacht. Aus Furcht vor einer dauerhaften Beeinträchtigung der Weltwirtschaft fielen die Aktienkurse rund um den Globus und erholten sich dann nur leicht auf niedrigerem Niveau - Milliardenwerte einstweilen vernichtet.

Derweil bahnen sich die ersten Gesprächskanäle einen Weg, zumindest auf der zweiten oder dritten Regierungsebene geht der Faden zwischen Washington und Peking nicht verloren. Im Inland steht der US-Präsident dazu noch unter Druck seiner republikanischen Partei. Vor allem in den landwirtschaftlich geprägten US-Bundesstaaten haben die Farmer Probleme genug, auch ohne dass ihnen die Exporte wegbrechen. Folgerichtig hatten die Republikaner im Kongress auch vor zu harten Zöllen gewarnt. Es stehen schließlich bald Wahlen an. Der Präsident hingegen vertraut auf Machtsignale mehr denn auf komplizierte globale Vernetzungen. Der Schaden für die Welt wäre groß, und der Schaden für die USA womöglich am größten - aber das muss einen Donald Trump nicht bremsen.

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