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Früherer Interpol-Chef Hongwei - China ermittelt wegen Bestechung

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Lange gab es Rätselraten um den Verbleib des verschwundenen chinesichen Interpol-Chefs. Nun ist zumindest klar: Meng Hongwei ist zurückgetreten und es wird gegen ihn ermittelt.

Fast zwei Wochen lang war der chinesische Interpol-Chef Meng Hongwei verschwunden. Jetzt ist klar: Er wurde in China festgesetzt. Die Justiz ermittelt gegen ihn wegen Bestechung und anderer Straftaten.

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In den Fall des verschwundenen und zurückgetretenen Interpol-Präsidenten Meng Hongwei kommt nach und nach Licht. Die chinesische Regierung teilte am Montag mit, gegen Hongwei werde wegen Bestechung und anderer Straftaten ermittelt. In einer Erklärung auf der Regierungswebseite deutete die Führung in Peking an, dass sich Meng auch mit politischen Verfehlungen in Bedrängnis gebracht habe. Gegen ihn werde wegen seiner eigenen "Eigensinnigkeit" ermittelt, hieß es.

Rätselraten um Interpol-Chef

Interpol hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass Meng mit sofortiger Wirkung als Präsident der in Lyon ansässigen Polizeiorganisation zurücktrete. Zuvor hatte China bereits verkündet, dass gegen Meng Ermittlungen liefen - die genauen Vorwürfe hatte die Volksrepublik aber zunächst offen gelassen.

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Die Erklärung der Anti-Korruptionsbehörde war die erste öffentliche Äußerung der chinesischen Behörden zu dem rätselhaften Fall. Interpol hatte von China eine Klarstellung gefordert. Die "South China Morning Post" hatte am Wochenende unter Berufung auf einen ungenannten Informanten berichtet, der Interpol-Präsident sei nach seiner Ankunft in China zur Befragung abgeführt worden. Der Hintergrund sei unklar.

In den vergangenen Jahren gab es mehrere Fälle, in denen hochrangige chinesische Beamte zunächst ohne Erklärung verschwanden, bis die Regierung Wochen oder sogar Monate später mitteilte, dass gegen sie ermittelt wird, oft wegen des Verdachts auf Korruption. Die chinesische Führung unter Präsident Xi Jinping hat der Korruption den Kampf angesagt. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche einst unantastbare Mitglieder der Kommunistischen Partei, der Regierung, des Militärs und Mitarbeiter staatlicher Unternehmen im Zuge der Kampagne verurteilt.

Neuer Präsident soll im November gewählt werden

Meng wurde im November 2016 Interpol-Präsident. Die Personalie gehörte zu den Bemühungen Chinas, mehr Schlüsselpositionen in internationalen Organisationen zu besetzen, um Prestige und Einfluss in der Welt zu stärken. Übergangsweise werde nun der Koreaner Kim Jong Yang das Amt übernehmen, teilte Interpol mit. Ein neuer Präsident solle beim Treffen der Polizei-Organisation vom 18. bis 21. November in Dubai gewählt werden. Generalsekretär von Interpol und damit Leiter der Ermittlungsarbeiten ist seit 2014 der ehemalige Vize-Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jürgen Stock.

Meng Hongwei, Chef der Polizeibehörde Interpol wird in Peking festgehalten. ZDF-Korrespondentin Stefanie Schöneborn berichtet.

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