"In Peking werden die Korken geknallt haben"

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Gipfel von Trump und Kim gescheitert - "In Peking werden die Korken geknallt haben"

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Die USA und Nordkorea scheitern mit ihrem Gipfel - und China profitiert. Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik sieht in Peking "einen der größten Gewinner".

"Ich bin sicher, heute Morgen werden die Korken in Peking geknallt haben", sagte der sicherheitspolitische Experte Kaim im ZDF heute journal. China, "der wichtigste politische Patron Nordkoreas" habe keine Rolle in den Gesprächen gespielt. "Und jetzt stellt sich heraus, dass die USA nicht liefern und keinen Verhandlungsdeal vereinbaren konnten." China sei offenbar einflussreicher als die USA dachten.

Nordkorea widerspricht Trump

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatten am Donnerstag ein Gipfeltreffen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi vorzeitig beendet. Über den Grund für das Scheitern gibt es unterschiedliche Angaben. Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho sagte in der Nacht zu Freitag (Ortszeit) in einem seltenen Auftritt vor Journalisten, sein Land habe im Gegenzug für atomare Abrüstung nicht die Aufhebung aller, sondern nur eines Teils der Sanktionen gefordert und widersprach damit Trump. Die angebotene atomare Abrüstung sei die weitreichendste Maßnahme, die für sein Land derzeit machbar sei. Das Angebot werde sich auch dann nicht ändern, wenn die USA weitere Verhandlungen in der Zukunft vorschlagen würden.

Trump hatte nach dem vorzeitigen Ende des Gipfels gesagt, es sei zu keiner Einigung gekommen, weil der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un die Aufhebung aller Sanktionen gefordert habe. "Wir konnten das nicht tun", sagte Trump. "Sie waren bereit, einen großen Teil der Bereiche atomar abzurüsten, die wir wollten. Aber wir konnten nicht alle Sanktionen dafür aufheben. So werden wir weiterarbeiten und sehen." (Sehen Sie hier Trumps Pressekonferenz im Video.)

Noch keine Pläne für einen dritten Gipfel

Mit dem abrupten Ende haben sich die Chancen auf eine Friedenslösung für die koreanische Halbinsel wieder deutlich verringert. Der Konflikt gehört zu den gefährlichsten der Welt. "Ein Desaster wäre eine Rückkehr zum Beginn des Jahres 2017", sagte Kaim. "Wenn wir weitere Raketentests, weitere Atomtests sehen sollten, dann hätte die Diplomatie der vergangenen zwei Jahre gar nichts gebracht."

Kaim sieht Trump vor den Trümmern seiner Nordkorea-Politik - zumal dieser im Vorfeld darauf verwiesen hatte, dass seine Vorgänger mit ihrem Ansatz aus militärischer Stärke und wirtschaftlichen Sanktionen nichts erreicht hätten.

Für Trump ist das Scheitern des Gipfels auch deshalb eine Enttäuschung, weil er durch belastende Aussagen seines Ex-Anwalts unter Druck steht. Mit einem Erfolg auf internationaler Bühne hätte er von Negativ-Schlagzeilen zuhause ablenken können, analysiert ZDF-Korrespondentin Ines Trams.

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