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Selbstgebauter Flugzeugträger - "Shandong" und die Machtdemonstration Chinas

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Inmitten zunehmender Spannungen um das Südchinesische Meer hat China seinen ersten selbstgebauten Flugzeugträger in Dienst genommen. Die "Shandong" wurde der Marine übergeben.

Xi Jinping schüttelt die Hände von Marinesoldaten am Marinestuetzpunkt Sanya am 17.12.2019
Chinas erster selbstgebauter Flugzeugträger in Dienst gestellt
Quelle: DPA

Bei einer Feier mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat die chinesische Marine ihren ersten selbstgebauten Flugzeugträger in Dienst gestellt. Die Zeremonie fand auf dem großen Marinestützpunkt Sanya auf der südchinesischen Insel Hainan statt - unweit der von China beanspruchten Seegebiete im Südchinesischen Meer.

Zuvor war der Flugzeugträger schon durch die Meerenge von Taiwan gefahren, das China als Teil der Volksrepublik betrachtet. Beides wurde als Machtdemonstration gewertet.

Zwei einsatzfähige Flugzeugträger

Damit besitzt China zwei einsatzfähige Flugzeugträger. Der erste namens "Liaoning" ist ein modernisierter ehemaliger sowjetischer Flugzeugträger, den China aus der Ukraine gekauft, umgebaut und 2012 in Dienst gestellt hatte.

Die Indienststellung des zweiten Flugzeugträgers war eigentlich im April erwartet worden, hatte sich laut Presseberichten aber wegen technischer Probleme verzögert. Er wurde ebenfalls nach einer chinesischen Provinz "Shandong" getauft und war im Mai 2018 erstmals in See gestochen.

Mit der Indienststellung gehört China nun zu einem kleinen Kreis von Nationen mit mehreren Flugzeugträgern und baut Berichten zufolge einen dritten. Die "Shandong" hatte bereits im November für Aufsehen gesorgt, als sie nach Angaben des chinesischen Außenministeriums zu "routinemäßigen" Trainingszwecken die Straße von Taiwan durchquerte.

Machtdemonstration in der Region

"Peking hat Sanya (für die Indienststellung) ausgesucht, weil die Militärführung die geostrategische Bedeutung der Basis des zweiten Flugzeugträgers hervorheben wollte", sagte der Pekinger Marineexperte Li Jie der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post". Der Marinestützpunkt, wo auch chinesische Atom-U-Boote beheimatet sind, bietet leichten Zugang zum Südchinesischen Meer.

In dem Seegebiet streitet China mit seinen Nachbarn um Inseln und Riffe und beansprucht große Seegebiete mit bedeutenden Fischgründen, Rohstoffvorkommen und Schifffahrtsstraßen. Auch baut es seine Militärpräsenz aus. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies im Juli die Gebietsansprüche zurück. China ignoriert das Urteil.

Immer wieder kommt es im Südchinesischen Meer auch zu Zwischenfällen zwischen chinesischen und amerikanischen Marineschiffen. Die USA wollen mit Einsätzen nahe der umstrittenen Inseln demonstrativ für die Freiheit der Navigation auf den Meeren eintreten.

Auch Taiwan ist ein Konfliktherd, da China mit einer Eroberung der Insel droht. Die USA haben sich 1979 gesetzlich verpflichtet, die Verteidigungsfähigkeit Taiwans zu sichern und zu verhindern, dass die Zukunft Taiwans anders als mit friedlichen Mitteln bestimmt wird.

Neben Taiwan beansprucht Peking praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich und untermauert dies mit der umstrittenen Aufschüttung künstlicher Inseln. Die USA kritisieren China immer wieder wegen dessen militärischer Aktionen in dem Seegebiet. Auch Vietnam, die Philippinen, Brunei und Malaysia erheben Ansprüche auf Teile des Südchinesischen Meers.

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