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Christopher Street Day - CSD in Köln: Viel zu feiern und viel zu tun

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Feierlaune beim CSD in Köln: Der größte europäische Christopher-Street-Day ist wieder ein riesiges Straßenfest - und noch immer eine Demo. Alle freuen sich über die Ehe-Öffnung, doch klar ist auch: Es gibt noch viel zu tun.

Der Bundestag hat die Ehe für alle beschlossen. Auch Politiker der Union stimmten dafür.

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"Das ist ja besser als Karneval hier", sagen viele über den Kölner Christopher-Street-Day (CSD), meist zufällig vorbeikommende Heterosexuelle. Denn der CSD ist mehr als eine politische Demonstration, er ist kommerzielles Straßenfest, Veranstaltungsreihe, Besuchermagnet, Party.

"Die Stimmung ist fantastisch", sagte ein Sprecher zu Beginn. Man gehe nach Lage der Dinge wieder von rund 950.000 Zuschauern am Straßenrand aus. Der Kölner CSD ist die größte Demonstration von Schwulen, Lesben, Bi-, Inter- und Transsexuellen in Europa.

Viele Gründe zum Feiern

Und für viele Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle ein wichtiger Feiertag. Während des CSDs dürfen sie so sein wie sie wollen. Gerade Angehörige älterer Generationen mussten sich lange verstecken und verleugnen. Beim CSD feiern Menschen, dass sie sichtbar sein können.

Mit der Rehabilitierung von schwulen Männern, die einst wegen des Paragrafen 175 verurteilt wurden, und der Öffnung der Ehe für Homosexuelle gibt es in diesem Jahr besonders viel zu feiern. Das tun auch Petra Fischer, 40, und ihre ein Jahr ältere Partnerin Cordula Moers.

Gemeinsam mit ihrer vierjährigen Tochter Lucie sitzen sie am Sonntagmittag auf einer Wiese, um wie die vielen anderen Besucher der Parade zuzuschauen. Seit der Öffnung der Ehe überlegen sie, gleichzeitig mit drei weiteren lesbischen Paaren zu heiraten. "Da wollen wir auf jeden Fall eine große Party feiern", sagt Fischer. Und das Paar überlegt, noch ein Kind zu adoptieren.

Dragqueen: Nicht nur verbale Übergriffe

"Jetzt dürfen Homosexuelle heiraten, was wollen sie denn noch?", wird sich manch einer aus der Mehrheitsgesellschaft fragen. "Wenn man als Mann ein Kleid anzieht und auf die Straße geht, merkt man schnell, wo die Probleme sind", sagt die Dragqueen Anna Bolikha, die aus Mainz zum CSD nach Köln gekommen ist.

Sie trägt Bart, eine Blume in der schwarzen, langen Perücke und orange-glitzernden Nagellack. "Da sind verbale Übergriffe noch das geringste Übel, das einem entgegenkommt." Erst in der Nacht der Eheöffnung seien Freunden Glasflaschen hinterhergeworfen worden.

Diskriminierungen, körperliche wie verbale Gewalt und Klischees sind immer noch weit verbreitet. Das weiß auch Jürgen Piger, der im "Anyway" als Pädagoge arbeitet. Das "Anyway" ist ein Kölner Jugendzentrum speziell für lesbische, schwule, bi-, inter-, und transsexuelle Jugendliche. Er wünscht sich mehr Aufklärungsarbeit an Schulen. "Es braucht Begegnungen, um Vorurteile abzubauen", sagt er. "Nur so lernen die heterosexuellen Jugendlichen, dass eine lesbische oder transsexuelle Mitschülerin ganz normal ist."

Fehlende Akzeptanz und Stolpersteine

Skyler Rösing, 17, musste erleben, dass genau das häufig nicht der Fall ist. Er ist Transmann, also in einem weiblichen Körper geboren. Er möchte bald mit einer Hormontherapie beginnen. "Manche Lehrer weigern sich, meinen neuen Namen zu benutzen", sagt der Kölner, der zum dritten Mal beim CSD dabei ist. Und auch, was Gesetze angeht, sieht der Schüler Nachholbedarf in Deutschland. "Bei der Namens- und Personenstandsänderung werden einem viele Stolpersteine in den Weg gelegt."

Das Verfahren sei teuer und sehr bürokratisch, kritisiert er. Außerdem sind geschlechtsneutrale Namen nicht erlaubt. Wer etwa Kim heißt, benötigt auf jeden Fall einen geschlechtlich eindeutigen Zweitnamen. Das alles sollte sich ändern, findet der 17-Jährige. Und deshalb geht er beim Christopher-Street-Day auf die Straße - wie etwa 30.000 weitere Demonstranten.

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