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Ein Jahr Haft ohne Anklage - Der Fall Yücel - eine Chronologie

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Gut ein Jahr saß Yücel in der Türkei in Haft - ohne Anklage. Dem "Welt"-Korrespondent werden "Volksverhetzung" und "Terrorpropaganda" vorgeworfen. Eine Chronologie des Falls.

Demonstration für Deniz Yücel
"Welt"-Journalist Deniz Yücel ist nach einem Jahr aus türkischer Haft entlassen worden.
Quelle: dpa

2017

14. Februar: Der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel stellt sich der Polizei in Istanbul, nachdem er über die Presse von einem Haftbefehl gegen sich erfahren hat.

28. Februar: Ein Gericht nimmt Yücel wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nennt die Entscheidung "bitter und enttäuschend".

3. März: Präsident Recep Tayyip Erdogan nennt Yücel einen "deutschen Agenten" und Repräsentanten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Berlin nennt die Vorwürfe "abwegig".

22. März: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft Erdogan zur Freilassung Yücels auf und fordert ein Ende der türkischen Nazi-Vorwürfe gegen die Bundesregierung.

4. April: Nach wochenlangem Drängen kann der deutsche Generalkonsul Georg Birgelen erstmals Yücel im Istanbuler Gefängnis Silivri besuchen.

12. April: Yücel, der seit Monaten in Einzelhaft sitzt, heiratet im Gefängnis seine langjährige Freundin Dilek Mayatürk. Als Ehefrau kann sie ihn in Haft besuchen.

20. Juli: Nach der Festnahme des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner kündigt Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) eine härtere Gangart in der deutschen Türkei-Politik an.

17. August: Gabriel sagt, Yücel und andere inhaftierte Deutsche seien nur weiter in der Türkei in Gefangenschaft, weil Erdogan sie als "Geiseln" halte.

26. Oktober: Der "Spiegel" berichtet, Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) habe sich bei Erdogan für Steudtner und die anderen Inhaftierten eingesetzt.

19. November: Bundespräsident Steinmeier nennt es einen "Skandal", dass Yücel auch fast 300 Tage nach seiner Festnahme ohne Anklage in Untersuchungshaft sitzt.

3. Dezember: Die Haftbedingungen von Yücel werden gelockert. Er ist nun nicht mehr Einzelhaft, sondern teilt einen Hof mit einem anderen inhaftierten Journalisten.

2018

1. Januar: Vor einem Besuch bei Gabriel verspricht der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu, sich für die Beschleunigung des Verfahrens von Yücel einzusetzen.

4. Januar: Das türkische Justizministerium reicht eine Stellungnahme beim Verfassungsgericht ein, bei dem Yücel gegen seine Haft geklagt hat.

25. Januar: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte teilt mit, vor der Sommerpause über die Beschwerde Yücels gegen seine U-Haft entscheiden zu wollen.

14. Februar: Kurz vor einem Besuch in Berlin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht sich der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim für eine rasche Freilassung Yücels aus. Er glaube, dass es "in kurzer Zeit eine Entwicklung geben wird". Allerdings entscheide in dem Fall die türkische Justiz.

16. Februar: 367 Tage nach der Festnahme reicht die Staatsanwaltschaft Istanbul die Anklageschrift ein. Sie fordert zwischen vier und 18 Jahren Haft wegen "Volksverhetzung" und "Terrorpropaganda". Das zuständige Gericht in Istanbul ordnet die Freilassung von Yücels für die Dauer des Prozesses an. Der 44-Jährige kehrt noch am selben Tag nach Deutschland zurück.

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