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Confed Cup in Russland - Mit Fußball das Image aufpolieren

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Heute beginnt in Russland der Confed Cup, eine Generalprobe für die Fußball-WM 2018. Sichere Stadien, gute Organisation - Russland will zeigen, dass es Weltmeisterschaft kann. Und für Präsident Putin ist das Turnier die Gelegenheit, Russlands ramponiertes Image aufzupolieren.

Am Samstag beginnt der Confed-Cup in Russland, die Generalprobe für die Fußball-WM im nächsten Jahr. Die Stimmung hält sich jedoch in Grenzen. Noch wird das Turnier überschattet von Korruptionsvorwürfen und Diskussionen über Menschenrechtsverletzungen.

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Auch kurz vor Anpfiff des Confed Cups ist von Fußball-Euphorie in Russland noch nicht viel zu spüren. Die Menschen diskutieren über Putins Auftritt beim "Heißen Draht", die Bürgersprechstunde am vergangenen Donnerstag. Und über den kühl-nassen Start in den Sommer, über steigende Lebensmittelpreise und sinkende Renten. Selbst in den vier Austragungsstätten St. Petersburg, Kasan, Sotchi und Moskau fiebern eigentlich nur diejenigen dem Turnier entgegen, die sich schon immer für Fußball interessierten. Dabei ist alles angerichtet für ein großes Fußball-Fest.

Hoffnung auf viele Touristen

Am Flughafen von St. Petersburg wartet eine ganze Schar freiwilliger Helfer auf Fußball-Touristen. An der großen Bedeutung des Fußball-Turniers für ihre Stadt haben sie keine Zweifel. "Der Confed Cup ist sehr wichtig für St. Petersburg", sagt Julia. "Die Stadt hat sich herausgeputzt. Vielleicht wird jetzt sogar noch schneller renoviert. Und hoffentlich kommen dann auch noch mehr Touristen."

Doch einen Touristenansturm im Umfeld des Confed Cups verzeichnet die Vereinigung russischer Reiseveranstalter bisher weder in Moskau, noch in St. Petersburg oder Sotchi. Allein in Kasan, wo die deutsche und die portugiesische Mannschaft spielen werden, gibt es einen Anstieg der Touristenzahlen - allerdings um gerade mal sieben Prozent.

Eine gute Nachricht kann das Organisationskomitee in Sachen Ticketverkauf verkünden. Der war schleppend gestartet, bis Anfang Juni waren gerade mal ein Drittel aller Karten verkauft. Jetzt sind es immerhin 60 Prozent. Die meisten Last-Minute-Käufe dürften russische Fußball-Fans getätigt haben. Sie freuen sich auf die Gelegenheit, die großen Stars des Weltfußballs - falls die Verbände sie denn aufstellen - in Russland live spielen zu sehen.

Kampf gegen Hooligans

Die russischen Fans haben es satt, immer wieder auf die Hooligan-Szene im Land angesprochen zu werden. Kirill drückt der russischen Mannschaft die Daumen, alles andere sei Sache der Ordnungshüter: "Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch, und außerdem sind wir sowieso gastfreundlich und freuen uns auf die anderen Fans."

Die Duma, das russische Parlament, hat vor ein paar Tagen ein Anti-Hooligan-Gesetz verabschiedet. Dass das erst zur Weltmeistershaft nächstes Jahr greift: geschenkt. Den Vorwurf, nichts gegen gewaltbereite Fußball-Fans zu unternehmen, muss Russland nun nicht mehr gelten lassen.

Überhaupt wurde viel dafür getan, um ein sicheres, friedliches Fußball-Fest zu garantieren. Seit Anfang Juni gilt auf Erlass des Präsidenten eine verschärfte Sicherheitsstufe im ganzen Land. In diesem Zuge wurde unter anderem das Recht auf Versammlungsfreiheit eingeschränkt.

Grundrechte eingeschränkt

Viele Demonstrationen zu politischen oder sozialen Themen wurden mit Verweis auf diese verschärfte Sicherheitslage nicht genehmigt. Ob diese Verbote und die Festnahmen tausender, meist jugendlicher Demonstranten wirklich aus Sorge um die Sicherheit im Land stattgefunden haben, sei mal dahin gestellt.

Der russische Präsident sieht im Confed Cup die Chance, Russlands Image in der Welt zu verbessern - ein gastfreundliches, fröhliches Land zu präsentieren. Mindestens genauso wichtig wie die Außenwirkung ist für Putin allerdings, seiner Bevölkerung Erfolgsmeldungen verkünden zu können. Schließlich stehen im März die russischen Präsidentschaftswahlen an. Putin wird alles daran setzen, dass der Confed Cup ein Erfolg wird - koste es, was es wolle.

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