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Nach Rettung auf hoher See - Containerschiff mit Migranten legt in Italien an

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Ein dänisches Containerschiff mit Flüchtlingen an Bord darf in Italien anlegen, das Schiff "Lifeline" dagegen muss weiter auf hoher See ausharren. Dort spitzt sich die Lage zu.

Ein dänisches Containerschiff mit mehr als 100 Flüchtlingen an Bord durfte nun doch in Italien anlegen.

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Das dänische Containerschiff "Alexander Maersk" mit 108 Flüchtlingen an Bord hat am Montagabend in Italien anlegen dürfen. Nach drei Tagen Wartezeit durfte das Schiff im sizilianischen Pozzalo einlaufen. Ein Schlepper zog das Containerschiff gegen 23.00 Uhr in den Hafen. Das von einer deutschen Hilfsorganisation betriebene Schiff "Lifeline" mit 234 Flüchtlingen an Bord harrt derweil weiter auf See aus.

Innenminister Salvini erlaubte die Einfahrt

Der Frachter "Alexander Maersk" hatte Ende vergangener Woche 113 vor der libyschen Küste in Seenot geratenen Flüchtlingen geholfen. Fünf der Flüchtlinge - vier Kinder und eine schwangere Frau - waren zwischenzeitlich bereits in Sizilien an Land gegangen. Anschließend wartete das Schiff auf die Erlaubnis, einen Hafen anlaufen zu dürfen, und auf Anweisungen der italienischen Behörden.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Partei Lega hatte am Montag bekräftigt, dass Schiffe von Hilfsorganisationen, die Flüchtlinge vor der libyschen Küste aufnehmen, keine italienischen Häfen mehr anlaufen dürfen. Salvini wirft den Hilfsorganisationen vor, Schleppern zu helfen. Schiffe der italienischen Küstenwache mit geretteten Flüchtlingen an Bord dürfen die Menschen hingegen weiterhin nach Italien bringen.

Es war jedoch das erste Mal, dass ein Handelsschiff vor einem Hafen blockiert wurde und auf Anweisung der Behörden warten musste. Die Küstenwache hatte das Containerschiff zuvor aufgefordert, den Flüchtlingen zu Hilfe zu kommen. Vor der Genehmigung für den Frachter, in Italien andocken zu dürfen, hatte die dänische Einwanderungsministerin Inger Stöjberg angekündigt, Salvini angesichts der Situation schriftlich zum Handeln aufzufordern.

Schicksal der "Lifeline" ungewiss

Das Schicksal der "Lifeline" ist derweil weiter ungewiss. Salvini bekräftigte am Montag, dass das Schiff keine Genehmigung zum Anlegen in Italien erhalten werde. Die Hilfsorganisationen seien "bewusst oder unbewusst Komplizen" der Schlepper. Salvini war am Montag zu einem Überraschungsbesuch nach Libyen gereist, wo er sich für Flüchtlings-Aufnahmezentren jenseits der südlichen Grenze Libyens aussprach.

Bei einer Pressekonferenz in Rom nach seiner Rückkehr wies er Forderungen von Frankreich und Spanien zurück, wonach Asylbewerber in geschlossenen Aufnahmezentren in Italien bis zum Ende ihres Asylantrags untergebracht werden sollten. Rom fürchtet, dass Italien damit zum "Flüchtlingslager für ganz Europa" werden könnte. Salvini griff Frankreich auch erneut verbal an.

Salvini: Macron "15 Mal so bösartig" wie Orban

Der französische Präsident Emmanuel Macron sei "im Verhältnis 15 Mal so bösartig" wie Ungarns Regierungschef Viktor Orban, weil er sich weigere, die Quotenregelung zur Flüchtlingsverteilung in Europa zu erfüllen. In der Flüchtlingskrise in Europa hatten zuletzt auch die Spannungen zwischen Frankreich und Italien zugenommen.

Der nationalistische Präsident des korsischen Regionalparlaments, Jean-Guy Talamoni, deutete am Montag mögliche Hilfe für die Flüchtlinge auf der "Lifeline" an. Er fügte im Radiosender France Inter aber hinzu, dass dafür "juristisch" das Einverständnis des französischen Staates nötig sei.

Lifeline befürchtet Schicksal wie das der "Aquarius"

Die Organisation Mission Lifeline befürchtet für ihr Schiff ein vergleichbares Schicksal wie das der "Aquarius". Das Schiff war mit mehr als 600 Menschen an Bord zunächst von Italien und Malta abgewiesen worden. Erst nach einer längeren Irrfahrt konnten die Flüchtlinge auf der "Aquarius" vor gut einer Woche in Spanien an Land gehen.

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Unterdessen blieb auch das Schiff "Seefuchs" der deutschen Organisation Sea-Eye vorerst weiter im Hafen von Maltas Hauptstadt Valletta. Die Besatzung gehe Unterlagen durch, um Vorwürfe bezüglich des Status des Schiffes auszuräumen, sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer der Nachrichtenagentur AFP. Die Niederlande, unter deren Flagge die "Seefuchs" und die "Lifeline" fahren, hatten zuvor erklärt, die beiden Hilfsschiffe seien nicht in den niederländischen Registern verzeichnet.

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