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Verhandlungen beim Klimaschutz festgefahren

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Klimakonferenz dauert länger - Verhandlungen beim Klimaschutz festgefahren

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Dringende Appelle und Proteste für mehr Klimaschutz haben die Schlussphase der Weltklimakonferenz in Madrid begleitet - aber eine Einigung war am Freitag noch nicht absehbar.

25. UN-Klimakonferenz in Madrid.
25. UN-Klimakonferenz in Madrid.
Quelle: Paul White/AP/dpa

In Brüssel geht es voran, in Madrid stockt es: Während die EU-Staaten sich in der Nacht zu Freitag auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 geeinigt haben, sind die Verhandlungen bei der UN-Klimakonferenz zwischen den fast 200 Staaten festgefahren. Die Verhandler rangen wenige Stunden vor dem offiziellen Konferenzende immer noch um Marktmechanismen, Klimafinanzierung und eine Zusage höherer Klimaschutzziele.

Der EU-Beschluss wurde in Madrid als wichtiges Signal begrüßt. Die EU-Vereinbarung sei eine "ganz entscheidende Weichenstellung", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in Madrid. Sie hob hervor, dass Polen als einziges Land sich der Entscheidung zwar nicht angeschlossen habe, diese aber auch "nicht aufgehalten" habe.

Greenpeace entsetzt über Entwürfe

Bei der Weltklimakonferenz riefen Umweltschützer und mehrere Staaten dagegen zum Handeln auf und prangerten Blockaden einiger Länder an. Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat den Klimagipfel schon vor seinem Ende abgeschrieben.

Greta Thunberg sagte, politische Entscheidungsträger versuchten immer noch, vor ihrer Verantwortung davonzulaufen: "Wir müssen dafür sorgen, dass sie das nicht tun können."

Verhandelt wurde am Freitag noch über alle wichtigen Punkte: Die Abschlusserklärung, Geld für Klimaschäden in ärmeren Ländern und Regeln für den Handel mit Klimaschutz-Gutschriften. Am Nachmittag wurde in einer Plenarsitzung deutlich, dass die Forderungen der Staaten noch weit auseinander lagen.

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich entsetzt über die Entwürfe für Beschlüsse, die in der Nacht erarbeitet worden waren.

Es werde sich zeigen, "ob die Klimakonferenz ein komplettes Desaster wird", sagte sie. Ein Vertreter Costa Ricas benannte Brasilien, Australien und die USA als Staaten, die in den Verhandlungen bremsten. Auch Saudi-Arabien wurde häufig genannt.

"Suche nach Schlupflöchern"

Ein Staatenbündnis für ehrgeizigen Klimaschutz, zu dem auch Deutschland gehört, prangerte die Blockadehaltung an. "Wir wissen, was getan werden muss", sagte Simon Stiell, ein Vertreter der Regierung der Karibikinsel Grenada. "Aber es gibt einige wenige Stimmen, die die Agenda der vielen diktieren."

Auch bei der Klimaschutzbewegung Fridays for Future war die Enttäuschung schon vor dem offiziellen Ende groß. Der Gipfel habe nichts erreicht, "als nach Schlupflöchern zu suchen", teilten die jungen Aktivisten in Madrid mit.

Mehr als 150 demonstrierten tanzend und singend im Konferenzzentrum, bevor sie sich aus Protest für ein Sit-in auf den Boden setzten.

Emissionen steigen weiter

Grundsätzlich geht es bei den UN-Verhandlungen um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015, in dem sich fast 200 Staaten das Ziel gesetzt haben, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad.

Dazu ist es Wissenschaftlern zufolge notwendig, dass der Ausstoß von Treibhausgasen - vor allem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas - schnell und deutlich zurückgeht. Bisher steigen die Emissionen weltweit aber, auch für 2019 wird wieder ein Plus vorausgesagt.

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