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Beschwerden über einige Banken - Zinsen für Kreditaufschub in Corona-Krise?

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Die Corona-Krise bringt viele Menschen in finanzielle Not. Daher können Bankkunden Zahlungen für Kredite zeitweise aufschieben. Doch dabei gibt es Probleme. Was steckt dahinter?

Archiv: Euro-Banknoten
Verbraucherzahlen melden Beschwerden von Bankkunden.
Quelle: dpa

Thomas Kühn (Name von der Redaktion geändert) ist mit der Corona-Krise im März in Kurzarbeit gekommen. Deswegen beantragte er bei seiner Bank, der ING, die zinsfreie Stundung seines laufenden Kreditvertrages - mit einer Belastung von knapp 800 Euro monatlich - für drei Monate. Im neuen Tilgungsplan allerdings stand eine neue Schlussrate von über 420 Euro. Auf Nachfrage sagte die Bankberaterin, dass dies die dann fälligen Zinsen seien, die durch den Aufschub entstünden.

Verbraucherzentralen melden Beschwerden

"Nach einigem Hin und her haben wir das Ganze dann wenigstens rückgängig machen können“, sagte Kühn im Gespräch mit ZDFheute. Um seine Position als Kunde der ING nicht zu verschlechtern, möchte er anonym bleiben. "Jetzt zahle ich meinen Kredit weiter ab. Denn die 420 Euro wollte ich auf keinen Fall zusätzlich bezahlen."

Auch die Verbraucherzentralen melden solche Fälle. So gibt es eine Verbraucherbeschwerde gegen eine Volksbank in Nordrhein-Westfalen. Sie verlange auch während der gesetzlich eingeräumten Spanne zur Stundung von Verbraucherkrediten Zinsen. Der Gesetzgeber "wollte Menschen, die aufgrund der Corona-Auswirkungen in schwierige Situationen kommen, helfen. Daher verbietet es sich natürlich, für diese drei Monate extra Zinsen zu nehmen", Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzmarkt im Verbraucherzentrale Bundesverband.

Das widerspricht der Idee des Gesetzgebers.
Dorothea Mohn, Verbrauchrzentrale Bundesverband

Der Chef des Verbandes, Klaus Müller, spricht in diesem Zusammenhang auch von einem "unsittlichen Verhalten" einiger Banken. Es gibt auch Banken, die das Moratorium zu Gunsten von Verbrauchern auslegen - und keine Zinsen verlangen.

Verband: Banken dürfen Zinsen verlangen

Die Regierung hatte im März beschlossen, dass die Stundung von Verbraucherkrediten kosten- und zinsfrei möglich sein müsse, wenn die Verbraucher nachweisen können, durch die Corona-Krise in Zahlungsschwierigkeiten geraten zu sein. Darunter fallen Verbraucherdarlehensverträge, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen worden sind.

Gestundet werden können "Rückzahlungs-, Zins- oder Tilgungsleistungen, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni fällig werden", heißt es in einer Information des Bundesjustizministeriums. Die ist noch immer online nachlesbar - und deswegen aus Sicht des Ministeriums auch noch gültig.

Der Bundesverband der Deutschen Banken dagegen vertritt die Auffassung, dass Banken für den Zeitraum der Stundung Zinszahlungen verlangen dürfen. Denn durch die verlängerte Laufzeit könne der Kreditnehmer das Kapital entsprechend länger nutzen. Dadurch werde der Kredit nicht teurer, sondern der Kreditnehmer bezahle den "vertraglich vereinbarten Zins für die Verlängerung der Kapitalnutzung", teilte der BdB auf Anfrage mit. Wenn der Gesetzgeber eine dreimonatige kostenlose Kreditverlängerung wolle, müsse er das regeln.

Mehr Klarheit gefordert

Hier fordern auch die Verbraucherschützer zumindest mehr Klarheit. "Es wäre sehr hilfreich, wenn die beiden zuständigen Ministerien noch einmal klipp und klar eine Ansage an die Kreditwirtschaft machen würden“, sagte Dorothea Mohn.

Aus Kreisen des Bundesfinanzministeriums und des Bundesjustizministeriums heißt es, man arbeite gerade an einer gemeinsamen Sprachregelung. Thomas Kühn würde im Falle einer Klarstellung zu Gunsten der Verbraucher noch einen zweiten Anlauf zu einer zinslosen Stundung seines Kredites versuchen. So könne er die Zeit der Kurzarbeit dann besser durchstehen.

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