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CSU berät Wahlergebnis - Auf den letzten Metern aufgeholt

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Es ist bemerkenswert: Die Stimmung bei den Christsozialen ist heute keineswegs depressiv. Eher herrscht der Eindruck vor, dass die CSU mit einem blauen Auge davongekommen ist.

CSU-Vorstandssitzung nach der Landtagswahl am 14.10.2018
CSU-Vorstandssitzung am Tag nach der Landtagswahl
Quelle: Reutrers

Man habe auf den letzten Metern aufgeholt, lässt Ministerpräsident Markus Söder vor der Vorstandssitzung verlauten. Und er habe doch einen klaren Regierungsauftrag für Bayern erhalten.

Koalition mit Grünen findet keinen Anklang bei der CSU

Man ist bescheiden geworden bei der CSU. Alle ahnen, dass die Zeiten jahrzehntelanger, selbstverständlicher absoluter Mehrheiten ohnehin vorbei sind. So schauen sie lieber nach vorne und suchen nach dem Positiven im Ergebnis. Irgendwie bleibe ja die bürgerliche Mehrheit unter der Führung der CSU, falls es zu der angestrebten Koalition mit der Freien Wählern kommt. Zwar wird der eine oder andere CSU-Minister auf der Strecke bleiben, aber an der inhaltlichen Ausrichtung wird sich wohl wenig ändern.

Eine ebenfalls rechnerisch mögliche Koalition mit den Grünen findet im CSU-Vorstand niemand sexy. Die Grünen hatten einige Großstadt-Wahlkreise direkt gewonnen, was allein schon eine kleine Sensation ist. Söders einfache Antwort heute Morgen: Wir müssen uns mehr um das städtische Milieu kümmern.

Personaldebatte erst einmal verschoben

Allgemein wird im CSU-Vorstand der mangelnde Rückenwind aus Berlin beklagt. Und diese fehlende Unterstützung hat für manchen einen Namen: Parteichef Horst Seehofer. Niemand sagt das vor Beginn der Sitzung laut, viele ballen die Faust in der Tasche. Schließlich stehen in zwei Wochen wichtige Wahlen in Hessen an und da will aktuell niemand ein Scherbengericht lostreten.

Seehofer selbst denkt ohnehin nicht einen Rückzug, ist sich offenbar auch keiner Schuld bewusst. Heute Morgen vor der Vorstandssitzung erhebt er erst einmal den Anspruch, bei den Sondierungsgesprächen mit den anderen Parteien in Bayern dabei sein zu wollen. Während er das sagt, steht CSU-Generalsekretär Markus Blume mit Leichenbittermiene hinter ihm. Nicht auszuschließen, dass der tief sitzende Konflikt zwischen Seehofer und Söder in absehbarer Zeit wieder offen ausbricht und Blume stünde dann zwischendrin.

Der bayerische Wähler hat der ehemaligen "Staatspartei" einen epochalen Dämpfer verpasst. Aber die CSU macht erst mal so weiter wie immer: mit internen Querelen und taktischen Spielchen.

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