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Nächste Kanzlerkandidatur - "Völlig irre" - K-Debatte treibt CDU um

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"Überflüssig", "steht nicht an", "irre Diskussion" - in der CDU bemüht man sich, die von Fraktionschef Brinkhaus befeuerte K-Debatte wieder einzudämmen.

Unionsfraktionschef Brinkhaus sieht die CDU-Parteivorsitzende Kramp-Karrenbauer als nächste Kanzlerkandidatin. Er versucht, ein Zeichen zu setzen, denn in der CDU schwelt seit Tagen eine Debatte, ob sie dafür die Richtige ist.

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Führende Politiker in der Union bemühen sich, die Diskussion über die künftige Kanzlerkandidatur wieder einzufangen. "Diese Frage stellt sich jetzt überhaupt nicht", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Die Bundestagswahl sei erst 2021. Von einer "überflüssigen" Debatte sprach Carsten Linnemann, Chef des Union-Wirtschaftsflügels. CSU-Chef Markus Söder sieht derzeit ebenfalls keinen Bedarf für eine Festlegung, ebenso der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz: Die Diskussion sei "völlig irre".

Befeuert hatte sie Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. Er hatte sich für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer als nächste Kanzlerkandidatin der Union ausgesprochen. Auf die Frage, ob diese rasch ins Kabinett wechseln sollte, sagte er der dpa: Die Vorsitzende habe viel zu tun mit der Neuaufstellung der CDU. Er fügte hinzu: "Und sie wird auch unsere nächste Kanzlerkandidatin sein. Insofern ist das ihre Entscheidung, was der beste Weg dafür ist."

Was trieb Brinkhaus an?

In der CDU wird gerätselt, was Brinkhaus zu der Festlegung trieb. Möglicherweise habe er die Debatte über die Fähigkeiten Kramp-Karrenbauers zu ihren Gunsten beenden wollen, zitiert dpa Unionspolitiker. Andere wiederum redeten von einem verbalen Unfall - er habe der Parteichefin einen Bärendienst erwiesen und die Debatte über ihre Eignung erst Recht eröffnet.

Nach dem Desaster der CDU bei der Europawahl und der Kritik am Umgang der Parteizentrale mit dem Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo war in Teilen der Partei die Eignung Kramp-Karrenbauers für das Kanzleramt infrage gestellt worden. Über einen Wechsel der Vorsitzenden auf einen Kabinettsposten wird gelegentlich spekuliert, da sie in diesem Fall mehr Möglichkeiten hätte, sich mit der Umsetzung von Politik und öffentlichen Auftritten zu profilieren.

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Auch Debatte über Urwahl

Aus Sicht von Volker Bouffier indes, CDU-Vize und Hessens Ministerpräsident, habe die Parteivorsitzende "selbstverständlich" das Erstzugriffsrecht auf die Kandidatur. "Das war immer so und das bleibt auch so." Im Übrigen werde alles Weitere "zur gegebenen Zeit" entschieden. Für CDU-Vize Armin Laschet dagegen ist mit Kramp-Karrenbauers Wahl zur Parteichefin keine Entscheidung über die nächste Kanzlerkandidatur verbunden.

Diskutiert wird auch eine mögliche Kandidaten-Urwahl. Die konservative Werte-Union sprach sich dafür aus - sie starte kurzfristig eine Initiative zu deren Umsetzung, sagte der Vorsitzende Alexander Mitsch der "Welt". Die Sprecherin der "Union der Mitte", Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien sagte dagegen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Eine Urwahl sehen die CDU-Statuten nicht vor."

Merz erklärte: "Ich habe eine ganz grundsätzliche Meinung zum Thema Mitgliederbefragungen, und die ist ziemlich negativ." Mitgliederbefragungen könnten eine Partei spalten. Nach den Worten von Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer stelle sich die Frage auch erst, wenn es zu einer Neuwahl komme - die er derzeit aber nicht sehe. Dem Radiosender NDR Info sagte er: "Warum soll ich mir zurzeit Gedanken darüber machen, wie man eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten nominiert, wenn wir noch zwei Jahre die Verpflichtung haben, vernünftig zu regieren?"

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