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Künftige Rolle Seehofers - CSU entscheidet über Personaltableau

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Seit der Bundestagswahl herrscht in der CSU Chaos. Umfragewerte im Sinkflug, Streitereien auf allen Ebenen. Die Aussicht auf eine Doppelspitze könnte die Stimmung verbessern.

Horst Seehofer will CSU-Vorsitzender bleiben, aber sein Amt als bayerischer Ministerpräsident abgeben, um den Machtkampf in der Partei zu beenden. Wer wird Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018?

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CSU-Chef Horst Seehofer hofft, die Streitigkeiten in der Partei mit der sich abzeichnenden Trennung von Vorsitz und Ministerpräsidentenamt schnell beenden zu können. "Ich habe einen Vorschlag gemacht, den ich als Konsensvorschlag bezeichne, in unzähligen Gesprächen, und der ist allgemein gut geheißen worden", sagte der 68-Jährige am späten Sonntagabend nach mehreren Gremiensitzungen in München. Mit diesem Vorschlag gehe man nun am Montag in die CSU-Landtagsfraktion und den Parteivorstand - "und ich nehme an auch auf den Parteitag".

Seehofer würde Parteivorsitz vorziehen

Details zu seinem Vorschlag wollte Seehofer nicht nennen. Nach Teilnehmerangaben hatte er zuvor angeboten, auf die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2018 zu verzichten und schon im ersten Quartal des kommenden Jahres vom Posten des Regierungschefs zurückzutreten. Im Dezember will er demnach aber auf dem Parteitag in Nürnberg erneut für den Parteivorsitz kandidieren. "Wir haben gut gearbeitet und ich glaube, es wird morgen ein erfolgreicher Tag", betonte Seehofer.

Der CSU-Chef klebe an keinem seiner Ämter, sagt ZDF-Korrespondent Christoph Röckerath. Trotzdem würde Seehofer aber das Amt des Parteivorsitzenden vorziehen. Konkret bedeute dies, dass der amtierende CSU-Chef das Amt des Ministerpräsidenten früher oder später zur Verfügung stellen werde. Spitzenkandidat werde er mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr. "Das wird die Partei einfach nicht mehr mitmachen", so Röckerath.

CSU-Vorsitzender Seehofer "wird sein Ministerpräsidenten-Amt früher oder später zur Verfügung stellen", so ZDF-Korrespondent Christoph Röckerath aus München vor der Tagung von CSU-Landesfraktion und Bundesvorstand.

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Kampfkandidatur von Joachim Herrmann?

Am Montagmorgen wollen die 101 Abgeordneten um 8.30 Uhr zu einer Sondersitzung im bayerischen Landtag zusammenkommen, um ihren Favoriten für die Spitzenkandidatur zu küren. Unklar war zunächst weiterhin, ob der bayerische Finanzminister Markus Söder sein Nachfolger werden soll oder ob es eine Kampfabstimmung zwischen Söder und Innenminister Joachim Herrmann geben könnte. Herrmann ließ die Frage auch in der vertraulichen Sitzung bis zum Ende offen.

Laut ZDF-Korrespondent Röckerath habe es für Herrmann ermutigende Worte aus dem Aigner-Lager aus Oberbayern gegeben. "So oder so ist es aber wahrscheinlich, dass eine Abstimmung von Söder gewonnen werden würde, weil er die größten Massen in der Fraktion hinter sich haben dürfte", schätzt Röckerath. Seehofers optimistische Prognose für den Montag könnte jedoch als Indiz für einen Verzicht Herrmanns gewertet werden, da eine Kampfkandidatur zwischen Söder und Herrmann weder Partei noch Fraktion umgehend befrieden könnten.

Offen ist auch, ob Seehofer und Herrmann Ministerämter in einer möglichen Bundesregierung anstreben wollen, sollte es zu einer Regierungsbildung kommen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betonte am Sonntagabend im ZDF, die CSU müsse in Berlin stark vertreten sein, mit Seehofer wäre dies gewährleistet. Dies könnte wiederum für neuen Ärger in der CSU-Landesgruppe sorgen, wenn zwei CSU-Politiker ohne Bundestagsmandat nach Berlin wechseln würden.

Seehofer: Partei soll wieder zu Geschlossenheit kommen

Seehofer steht seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl unter Druck, mindestens eines seiner beiden Spitzenämter abzugeben. Am Montagmorgen will er sich nun offiziell äußern. Als erstes will die Fraktion ihren Favoriten für die Spitzenkandidatur küren. Anschließend will der Parteivorstand über die Personalien beraten und eine Beschlussempfehlung für den Parteitag Mitte Dezember beschließen.

Ziel Seehofers und der CSU-Spitze ist es, den seit der Bundestagswahl und teils erbittert geführten Machtkampf in der CSU zu befrieden. "Der ganz überragende Wunsch in der Partei ist, dass wir im Konsens, gemeinsam die riesigen Aufgaben anpacken, um die es geht", sagte Seehofer am Sonntag vor den Beratungen der engeren Parteiführung in München. "Jetzt versuchen wir so schnell wie möglich, wieder zu der legendären Gemeinsamkeit und Geschlossenheit zu kommen, die die CSU über Jahrzehnte ausgezeichnet hat."

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