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Klausur in Seeon - CSU setzt auf Harmonie - jedenfalls teilweise

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Zum Auftakt der Klausurtagung in Seeon wird klar: Es soll bei der CSU alles anders werden als bisher: Keine knallharte Konfrontation mehr mit der CDU und mit Kanzlerin Merkel.

Man hat aus den schlechten Wahlergebnissen und Umfragetiefs im letzten Jahr gelernt. Der ständige Streit kam beim Wähler nicht gut an.

Auch AKK kommt

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will sich künftig eng mit der CDU abstimmen und keine Alleingänge mehr machen. Und folgerichtig wurde auch die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zur CSU-Klausur ins winterliche Seeon in Oberbayern eingeladen. Sie wird am Samstag kommen.

Der künftige Parteichef Markus Söder sagte sogar, die CSU müsse künftig mit einer sympathischeren Haltung auf breitere Bevölkerungsschichten zugehen. Und selbst der scheidende Parteichef Horst Seehofer, der lange den Streit mit der CDU gepflegt hatte, sagte bei seiner Ankunft in Seeon, dass die Geschlossenheit der Union das höchste Gut sei.                                                                             

Thematisch viele neue Töne

Überhaupt gibt es in Seeon viel Bemerkenswertes zu hören. In den letzten Jahren hatte sich die CSU eher mit europakritischen Tönen hervorgetan. Man hatte sich oft genug auf Kosten der "Bürokraten in Brüssel" zu profilieren versucht. Heute nun will sich die CSU massiv für Europa und für die Europäische Union einsetzen, weil dort die Zukunft liege. 

Für die neue Europa-Liebe gibt es einen guten Grund: Erstmals hat ein CSU Politiker die realistische Chance zum Kommissionspräsidenten der EU gewählt zu werden. Der christsoziale Europaabgeordnete Manfred Weber ist im kommenden Frühjahr der Spitzenkandidat der europäischen Volksparteien. Falls diese EVP die stärkste Fraktion im Europaparlament stellen sollte, könnte Weber an die Spitze der Kommission rücken. Das wäre natürlich eine historisch einmalige Chance für die CSU. Auch bei der lange zwischen den Unionsschwestern umstrittenen Asylpolitik soll es keine "Grundsatzdebatten" mehr geben. So jedenfalls forderte es heute Söder.

Nur Seehofer spielt nicht ganz mit

Den Außenseiter gibt erneut Seehofer. Bei ihm funktionieren nach wie vor die alten Reflexe: Als diese Woche Meldungen von Gewalttätigkeiten durch Asylbewerber im bayerischen Amberg kamen, forderte Seehofer umgehend schärfere Gesetze. Heute konnte er freilich gegenüber der Presse nicht präzisieren, welche Gesetze das sein sollen. Und Söder meinte, man müsse erst einmal die bestehenden Gesetze anwenden. 

Zum Thema Amberg hört man aus der CSU vor allem, dass sowohl gewalttätige Asylbewerber aber auch auf fremdenfeindliche Reaktionen zu verurteilen seien.

CSU als verlässlicher Koalitionspartner

Auf der CSU Winterklausur dominieren jedenfalls die versöhnlichen Töne. Man habe den Willen, die aktuelle Große Koalition in Berlin zu einem Erfolg zu führen, sagt Dobrindt heute bei der Eröffnung in Seeon. So hatte man das von der CSU noch nicht gehört.

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