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CSU-Parteitag - "Vorweihnachtliche Harmonie"

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Mit der Doppelspitze Söder-Seehofer will die CSU zu alter Stärke zurück. Auf dem Parteitag werde sie "vorweihnachtliche Harmonie" zelebrieren, sagt ZDF-Korrespondent Schumacher.

Die CSU sei sehr zermürbt nach den langen innerparteilichen Kämpfe in der Asylfrage und durch die Fehde Söder gegen Seehofer, sagt ZDF-Korrespondent Ralph Schumacher. Der Absturz bei der Bundestagswahl: ein Schock. "Mit der Doppelspitze will die CSU zurück zu alter Stärke und so wird die Partei hier vor allem vorweihnachtliche Harmonie zelebrieren." Auch Angela Merkel solle dazu beitragen. Sie werde am Nachmittag erwartet, nachdem sie im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt des Asylstreits dem Parteitag "demonstrativ ferngeblieben war".

Mit der Doppelspitze möchte die CSU zurück zur alten Stärke finden. Allerdings befürchten Viele einen Krach zwischen Seehofer und Söder, so ZDF-Korrespondent Ralph Schumacher.

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Aber trotz aller Harmonie wisse die Partei, dass sie mit Doppelspitzen alles andere als gute Erfahrungen gemacht habe. "Waigel, Stoiber, die haben sich bekämpft. Beckstein, Huber, die sorgten für ein Wahldesaster", erklärt Schumacher. Und so fürchteten viele, dass es auch bei Seehofer und Söder nur eine Frage der Zeit sei, "bis es wieder kracht". Söder stehe enorm unter Druck. "Er muss beweisen, dass er es wirklich besser kann, und im kommenden Herbst wird ja schon gewählt in Bayern."

Richtungsweisender Parteitag

Die Delegierten des CSU-Parteitags kommen am Freitagnachmittag in der Nürnberger Messe zusammen. Bei dem zweitägigen Treffen geht es vor allem um den Wechsel zu einer Doppelspitze aus Markus Söder und Horst Seehofer. Der bayerische Finanzminister soll im kommenden Jahr Seehofer als Ministerpräsident ablösen und als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im Herbst antreten. Seehofer stellt sich aber als Parteichef zur Wiederwahl. Die Wahlen stehen am Samstag auf dem Programm des CSU-Parteitags.

Am Freitagnachmittag hält die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Rede. Entgegen der Tradition der beiden Schwesterparteien kam Merkel wegen des Streits um die Flüchtlingspolitik im vergangenen Jahr nicht zum CSU-Parteitag. Ihr Auftritt in diesem Jahr wird auch vor dem Hintergrund der schwierigen Regierungsbildung in Berlin mit Spannung erwartet.

Söder blickte derweil bereits vor seiner Kür zum Spitzenkandidaten auf den Wahlkampf im kommenden Jahr. "Bayern ist ein sehr stabiles Land", sagte er in der ARD mit Blick auf die Landtagswahl. "Wenn wir am Ende aber Berliner Verhältnisse bekämen, ich meine jetzt die vielen Parteien insbesondere, dann führt das nur zu Instabilität in Bayern."

Appell zur Geschlossenheit

Angesichts des schlechten Abschneidens der CSU bei der Bundestagswahl Ende September befürchtet die Partei einen Verlust ihrer absoluten Mehrheit. Insbesondere ein erstmaliger Einzug der AfD in den bayerischen Landtag würde die Macht der CSU untergraben. Vor der Wahl müsse die CSU klarmachen, dass "eine Zersplitterung des bürgerlichen Lagers am Ende keinen Sinn macht", sagte Söder. Vor Beginn des Parteitags forderten führende CSU-Politiker Geschlossenheit. Der ehemalige Parteivorsitzende Erwin Huber rief Söder und Seehofer in der Zeitung "Die Welt" zur Zusammenarbeit auf: "Ich kann nur wünschen, dass beide bereit sind, die Vergangenheit abzustreifen."

CSU-Vize Manfred Weber appellierte ebenfalls, nun geschlossen aufzutreten. Alle wollten jetzt "miteinander marschieren, weil für die CSU schon wichtig ist, dass es nicht um Personen geht, um Personalentscheidungen, sondern um die Themen fürs Land", sagte Weber im Bayerischen Rundfunk. Auch der Vorsitzende der bayerischen Jungen Union (JU), Hans Reichhart, begrüßte die geplante Doppelspitze aus Söder und Seehofer. Dies sei eine "sehr, sehr gute Lösung", sagte Reichhart im Südwestrundfunk. Die JU hatte Anfang November einen "personellen Neuanfang" für die Landtagswahl gefordert und damit die Personaldebatten in der Partei angeheizt.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sicherte derweil Seehofer seine Unterstützung zu, falls er einen Ministerposten in Berlin anstreben sollte. "Wenn er seine zukünftige politische Wirkungsstätte in Berlin sieht, hat er meine vollste Unterstützung", sagte Dobrindt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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