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Cyberattacken - Stromnetze immer verwundbarer

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Die Digitalisierung hat das Stromnetz anfälliger für Hacker-Angriffe gemacht. Auch zu Hause können wir Heizung oder Rollläden steuern. Das ist bequem, aber auch gefährlich.

Blick auf ein System zur Cyberabwehr
Die großen Energieversorger sind sich der Bedrohung bewusst. Sie investieren viel Geld und Personal in die Abwehr von Hackerangriffen, die rund um die Uhr stattfinden.
Quelle: ZDF/Lars Schwellnus

Der Sicherheitsforscher Norbert Pohlmann warnt vor einem leichtfertigen Umgang mit intelligenter Haustechnik. Wenn Angreifer es schaffen, Smart-Home-Anwendungen wie beispielsweise Alexa zu kapern, dann können sie darüber sogar unsere Stromversorgung attackieren.

"Wir haben zunehmend die Gefahr von Cyberwar. Das heißt, dass andere Staaten oder terroristische Organisationen versuchen uns anzugreifen. Und wenn sie das durch das Ausschalten der Energieversorgung bewältigen können, ist das eine riesige Gefahr." Pohlmann empfiehlt, alle Geräte daheim mit guten Passwörtern zu schützen und die Passwörter regelmäßig zu wechseln.

Betreiber investieren nicht genug in IT-Sicherheit

Früher versorgten wenige große Kohle- und Kernkraftwerke ganz Deutschland mit Strom. Angreifbar sind auch sie bis heute. Doch durch die flächendeckende Versorgung mit erneuerbaren Energien wächst das Risiko von Hacker-Attacken. Einzelne Windräder beispielsweise müssen intelligent gesteuert werden und mit anderen Windrädern kommunizieren können. Viele Betreiber solcher Wind- oder Solarparks investieren nicht genug Geld in die IT-Sicherheit. Ihre Systeme sind schlecht geschützt.

Dabei kann ein Cyberangriff auf das Stromnetz großen Schaden anrichten: 2015 und 2016 haben Hacker in der Ukraine die Stromversorgung lahmgelegt. Mehr als 700.000 Haushalte waren stundenlang ohne Strom.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt immer wieder vor Cyberangriffen auf Energieversorger. Eberhard Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen, kann dies bestätigen: Er hatte einen Hacker beauftragt - in der Branche eine durchaus übliche Vorgehensweise -, um festzustellen, ob das eigene Unternehmen sicher ist.

Oehler war geschockt, denn bereits nach 26 Minuten hatte der Angreifer die ersten Passwörter gehackt und hätte wenig später Ettlingen den Strom abschalten können. "Das Problem ist: Wenn jemand weiß, wie er bei den Stadtwerken Ettlingen eindringen kann, dann ist das übertragbar auf die Einrichtungen anderer Stadtwerke. Denn die Leittechnik, die wir haben, wird etwa 270 bis 300 Mal in Deutschland verbaut. Das heißt, Stadtwerke Ettlingen gibt es überall, von Flensburg bis Berchtesgaden", erklärt Oehler.

Gefahr durch intelligente Stromzähler

Nicht nur das Stromnetz wird digital, auch die Zähler: "Smart Meter Gateways" heißen neue, intelligente Stromzähler - ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende. Die Geräte sammeln Daten, um das schwankende Angebot aus den erneuerbaren Energien aufeinander abzustimmen. Für Hackerangriffe sind sie ein attraktives Ziel.

Die Zulassung der Smart Meter Gateways beschäftigt die Hersteller, aber auch die Stadtwerke, bereits seit Jahren. Denn die Geräte können auch Anlagen wie Solarmodule schalten und steuern - und damit direkt in die Stromversorgung eingreifen. Für Smart Meter Gateways gelten sehr hohe Sicherheitsvorschriften, doch den Glauben an die hundertprozentige Sicherheit hat Eberhard Oehler verloren: "Wenn ein Hacker viel Aufwand betreiben will, dann sind wir überhaupt nicht mehr sicher."

Smart Home: Einfallstor für Hacker

Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen im Interview:

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