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D-Day-Gedenkfeiern in Portsmouth - Queen dankt Veteranen "im Namen der freien Welt"

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Bei den Gedenkfeiern zum D-Day in Portsmouth haben Staats- und Regierungschefs den Mut der Soldaten gewürdigt. Königin Elizabeth II. dankte den Veteranen in einer bewegenden Rede.

Queen Elizabeth II. am 05.06.2019 in Portsmouth
Queen Elizabeth II.
Quelle: reuters

Vor 75 Jahren landeten alliierte Truppen im von Hitler-Deutschland besetzten Frankreich und leiteten damit unter enormen Verlusten das Ende der NS-Diktatur ein. Bei Gedenkfeierlichkeiten im südenglischen Portsmouth würdigten viele Staats- und Regierungschefs den Mut und die Opferbereitschaft der Soldaten.

Rund 300 Veteranen der Royal British Legion im Alter von 91 bis 101 Jahren kamen nach Portsmouth, von wo am 5. Juni 1944 die Invasion ausging. Am 6. Juni landeten die Truppen an Stränden der Normandie.

Queen dankt für Mut und Opferbereitschaft der Soldaten

Die britische Königin Elizabeth II., mit 93 Jahren selbst eine Zeitzeugin jener Kriegstage, dankte in ungewöhnlich persönlichen Worten den Veteranen: "Als ich an den Gedenkfeiern zum 60. Jahrestag der D-Day-Landungen teilnahm, dachten einige, das könnte die letzte derartige Veranstaltung sein", sagte die Queen. "Aber die Kriegsgeneration - meine Generation - ist unverwüstlich, und ich bin erfreut, mit Ihnen heute in Portsmouth zu sein."

Mit Demut und Freude, im Namen des gesamten Landes - tatsächlich der gesamten freien Welt - sage ich Ihnen allen: Danke.
Königin Elisabeth II.

Elizabeth II. würdigte die "Hundertausenden jungen Soldaten, Seeleute und Flieger, die diese Küste für die Sache der Freiheit verließen". Viele von ihnen seien nicht zurückgekehrt, "und das Heldentum, der Mut und das Opfer jener, die ihr Leben verloren, wird niemals vergessen. Mit Demut und Freude, im Namen des gesamten Landes - tatsächlich der gesamten freien Welt - sage ich Ihnen allen: Danke."

Trump trägt Gebet von Roosevelt am D-Day vor

US-Präsident Donald Trump trug Auszüge eines Gebets vor, das der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt während seiner Radioansprache sprach, als er die Nation über den Militäreinsatz in der Normandie informierte. Die britische Premierministerin Theresa May las aus einem Brief, den ein am D-Day gefallener Offizier wenige Tage davor an seine Frau geschrieben hatte. Der französische Präsident Emmanuel Macron begann seine Rede mit den Worten: "Als erstes, lassen Sie mich meinen herzlichen Dank im Namen meiner Nation aussprechen" - und bekam dafür großen Beifall in Portsmouth.

Flugparade am 05.06.2019 in Portsmouth
Flugparade zu den D-Day-Feierlichkeiten in Portsmouth.
Quelle: ap

Mit der Landung in der Normandie eröffneten die Alliierten die - von der Sowjetunion lange geforderte - zweite Front gegen Hitlers Deutschland. Am ersten Tag fielen auf beiden Seiten 20.000 Soldaten. Viele Veteranen werden bis heute von Erinnerungen an das Inferno gequält. Der 94-jährige Les Hammond sagte: "Ich bin kein Held. Ich habe viel Glück gehabt. Ich bin ein Überlebender."         

Erst seit 2004 deutsche Regierungschefs dabei

V.l.n.r.: Justin Trudeau, Donald Trump und Theresa May  bei der Feierlichkeiten zu 75 Jahre D-Day in Portsmouth (Großbritannien) am 05.06.2019
Der kanadische Premier Justin Trudeau, US-Präsident Donald Trump und die britische Premierministerin Theresa May in Portsmouth.
Quelle: Reuters

An der Veranstaltung in Portsmouth nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. Erst zum von der Queen erwähnten 60. Jahrestag 2004 war mit Bundeskanzler Gerhard Schröder ein deutsches Regierungsmitglied geladen worden. Der russische Präsident Wladimir Putin, der vor fünf Jahren teilnahm, war diesmal nicht eingeladen worden.

In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich die 16 teilnehmenden Länder zu ihrer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich die Schrecken des Zweiten Weltkriegs niemals wiederholen sollen. "In den vergangenen 75 Jahren haben sich unsere Nationen für den Frieden in Europa und der Welt eingesetzt, für Demokratie, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit", hieß es in der Erklärung. "Wir werden als Verbündete und Freunde zusammenarbeiten, um diese Freiheiten zu verteidigen, wann immer sie bedroht sind."

Nächste Gedenkveranstaltung in der Normandie

Bei den Feierlichkeiten in Portsmouth wurden einige Teile der Landungsoperation von Fallschirmjägern und anderen Soldaten in Orginalausrüstung nachgestellt. Die britische Regierung hatte das "größte britische Militärspektakel der jüngeren Geschichte" angekündigt. Rund 4.000 Soldaten, 26 britische Militärflugzeuge und elf britische Marineschiffe sowie Staats- und Regierungschef aus der EU, Australien und Neuseeland nahmen daran teil. Über Carentan in der Normandie sprangen am Mittwochvormittag Fallschirmjäger aus sieben Militärfliegern vom Typ C-47 ab.

Für den US-Präsidenten ist das Gedenken in Portsmouth der Abschluss einer dreitägigen Staatsvisite in Großbritannien. Nach der Veranstaltung im Süden Englands will er in Irland Quartier beziehen und von dort dann nach Frankreich reisen. Dort ist in der Normandie am 6. Juni, dem Jahrestag der Landung, eine weitere große Gedenkveranstaltung geplant. Auch daran will Trump teilnehmen.

D-Day - Gedenken in Bildern

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