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Rekordjahr bei Autobauer - Warum es bei Daimler noch so rund läuft

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Trotz Dieselkrise und Kartellvorwürfen: Daimler-Chef Zetsche kann vor den Aktionären mit Rekordzahlen glänzen. Ein Grund sind die guten Geschäfte mit China, aber nicht nur.

Noch nie hat Daimler so viel Gewinn gemacht wie im vergangenen Jahr. Mit Rekordzahlen ist Daimler-Chef Zetsche heute bei der Hauptversammlung vor die Aktionäre getreten. Doch das Fitmachen des Konzerns für die Zukunft wird Milliarden verschlingen.

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Noch nie konnte Daimler in einem Jahr so viele Fahrzeuge verkaufen wie 2017. Mit knapp elf Milliarden Euro war auch der Gewinn so hoch wie nie. Bei der diesjährigen Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin feierte Daimler-Chef Dieter Zetsche die Zahlen dementsprechend: "Wir haben in manchen Bereichen sogar mehr erreicht, als wir uns selbst vorgenommen hatten." Ein Hauptgrund für die positiven Meldungen liegt in China.

Chinese größter Einzelaktionär bei Daimler

Die Mercedes-Benz-Verkäufe stiegen dort 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent. "Das ist ein sehr starkes, solides Wachstum", sagt Frank Schwope, Analyst bei der Nord LB. Ein Wachstum, "das sich so aber natürlich nicht durchhalten lassen wird". In den nächsten Jahren werde es wohl in den einstelligen Prozentbereich sinken. Schon seit mehreren Jahren ist China der größte Absatzmarkt für Daimler.

Eine Investition aus dem Land beschäftigte auch Zetsche in seiner Rede. Im Februar hatte sich der chinesische Milliardär Li Shufu mit knapp zehn Prozent am Unternehmen beteiligt und ist damit nun der größte Einzelaktionär. Der mögliche Einfluss des Eigentümers des Autokonzerns Geely, dem auch der Autohersteller Volvo gehört, sorgte daraufhin für Bedenken. Die damalige Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries kündigte an, die Regeln für ausländische Investitionen zu überprüfen. Zetsche stellte bei der Hauptversammlung heraus, dass die Gespräche "bislang sehr positiv" waren. Die Beteiligung von Li Shufu biete "viele neue Chancen". Auch die mögliche Zusammenarbeit in China betonte Zetsche noch einmal.

Infografik: Umsatz der Daimler AG
Quelle: Daimler

Doch auch in den USA gab es Entwicklungen, die sich für Daimler auszahlten. "Unterm Strich hatte auch die amerikanische Steuerreform positive Auswirkungen", sagt der Analyst Schwope. Über eine Milliarde Euro, die für künftige Steuerzahlungen eingeplant waren, konnte Daimler sich gutschreiben. Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump brachte vielen Unternehmen Sondergewinne ein.

Schlechtere Aussichten für die Zukunft?

Zetsche stimme die Aktionäre allerdings darauf ein, dass die Bilanz in Zukunft möglicherweise nicht so gut aussehen werde. Ein Grund dafür sei der Umstieg auf Elektroautos. "Mehr Elektroautos sind gut für die CO2-Bilanz, aber nicht so gut für unsere Konzern-Bilanz - jedenfalls vorübergehend", sagte der Vorstandschef. Mehrere Elektromodelle befänden sich gerade in den Startlöchern. Zumindest am Anfang hätten diese eine deutlich kleinere Gewinnspanne als die Modelle mit Verbrennermotoren.

Juristische Schwierigkeiten könnten sich ebenfalls künftig auf die Bilanz niederschlagen. In den USA wird noch zum Dieselskandal ermittelt. Im negativen Fall könnten diese nach Einschätzung von Analyst Schwope zu Strafzahlungen im einstelligen Milliardenbereich führen. In Europa gibt es währenddessen noch mehrere Klagen wegen Kartellabsprachen. Die EU-Kommission hatte 2016 hohe Geldstrafen gegen mehrere Lkw-Hersteller verhängt, unter anderem rund eine Milliarde Euro gegen Daimler. Diesbezügliche Schadensersatzklagen laufen immer noch.

Im vergangenen Jahr hat sich Daimler (wie auch Volkswagen) außerdem wegen Absprachen zu technischen Standardisierungen selbst angezeigt. Zetsche wollte das allerdings nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen. Die Absprachen hätten den Kunden genützt. Sollte die Kommission das anders bewerten, kämen sie als Kronzeugen aber möglicherweise straffrei davon.

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