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Millionen-Entschädigung für Dammbruch-Opfer

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Urteil in Brasilien - Millionen-Entschädigung für Dammbruch-Opfer

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Hunderte Tote hat der verheerende Dammbruch in Brasilien Anfang des Jahres gefordert. Für drei der Opfer muss der Bergbaukonzern Vale nun eine Millionenentschädigung zahlen.

Wohngegend mit Schlamm bedeckt
Wohngegend mit Schlamm bedeckt, Aufnahme vom 26. Januar 2019
Quelle: ap

Rund acht Monate nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine im brasilianischen Brumadinho hat ein Gericht den ersten Familien der Opfer eine Entschädigung in Millionenhöhe zugesprochen. Der Bergbaukonzern Vale wurde zur Zahlung von rund 12 Millionen Reais (rund 2,6 Millionen Euro) für drei Tote verurteilt.

Die Klage war von einer Mutter eingereicht worden, die ihren Sohn und ihre Tochter bei dem Unglück verloren hat. Auch ihre schwangere Schwiegertochter kam ums Leben. Es hatten außerdem die Eltern und die Schwester der Schwangeren geklagt. Klagen von weiteren Angehörigen der Opfer sind noch anhängig. Durch den Dammbruch im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais waren 249 Menschen getötet worden. 21 Menschen gelten noch als vermisst.

Anfang Juli hatte ein Gericht bereits den Minenbetreiber Vale für das Unglück verantwortlich gemacht und den Konzern verurteilt, für alle Schäden aufzukommen. Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt etwa 400 Millionen Euro auf gesperrten Firmenkonten für Entschädigungszahlungen freigegeben. Nach einer Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft muss Vale neben Entschädigungen auch Pensionen für Angehörige bis zum 75. Lebensjahr zahlen. Außerdem wurde der Konzern zur Zahlung einer "kollektiven Wiedergutmachung" von etwa 90 Millionen Euro verpflichtet. Das Geld soll für die Beseitigung der Umweltschäden und zum Wiederaufbau verwendet werden.

Karte: Brasilien - Brumadinho
Karte: Brasilien - Brumadinho
Quelle: ZDF

Nach dem Bruch des 85 Meter hohen Damms eines Rückhaltebeckens am 25. Januar 2019 wurde eine Minenarbeitersiedlung von Brumadinho unter Schlammmassen begraben. Gegen mehrere führende Vale-Mitarbeiter und Mitarbeiter des TÜV Süd in Brasilien wird immer noch ermittelt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, von der Instabilität des Damms gewusst zu haben.

Der TÜV Süd hatte noch im September 2018 in einem Gutachten die Stabilität des Damms attestiert. Aufgrund des Gutachtens war eine Betriebsgenehmigung für die Mine erteilt worden. Inzwischen wurden zahlreiche Mängel in dem Gutachten bekannt. Vale mit Sitz in Rio de Janeiro ist eines der größten Bergbauunternehmen der Welt.

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