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Nach Festnahme von Assange - Domscheit-Berg fordert besonnenes Handeln

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Der Ex-Wikileaks-Sprecher Domscheit-Berg hat nach der Festnahme von Julian Assange zu Besonnenheit aufgerufen. Die Öffentlichkeit müsse darauf achten, dass Recht eingehalten werde.

"Wenn das quasi bestraft oder sanktioniert wird durch amerikanische Gerichte, dann haben wir insgesamt, was die Pressefreiheit angeht, einen ganz schlechten Präzedenzfall."
Daniel Domscheit-Berg, ehemaliger Wikileaks-Sprecher

Die Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange ist aus Sicht seines ehemaligen Weggefährten Daniel Domscheit-Berg "ganz klar politisch motiviert". Es gehe nicht direkt um den von den Amerikanern erhobenen Vorwurf der Verschwörung gegen den Aktivisten, betonte der ehemalige Sprecher im ZDF-Morgenmagazin.

Assange wird vorgeworfen, sich mit der US-Whistleblowerin Chelsea Manning zusammengetan zu haben, um in ein Computernetzwerk im Pentagon einzudringen. "Und wenn das quasi bestraft oder sanktioniert wird durch amerikanische Gerichte, dann haben wir insgesamt, was die Pressefreiheit angeht, einen ganz schlechten Präzedenzfall", sagte Domscheit-Berg.

Ex-Wikileaks-Sprecher: Zeit nehmen und Recht anwenden

Der ehemalige Wikileaks-Sprecher forderte, dass die Weltöffentlichkeit besonnen mit dem Thema Assange umgeht und darauf achtet, dass internationales Recht angewendet werde und es nicht "nur als das Spektakel sieht, das es in den vergangenen Jahren geworden ist". So könne sichergestellt werden, dass nicht "irgendjemand verschwindet hinter Gittern und wir nie wieder etwas von ihm hören".

Domscheit-Berg beklagte im Interview auch die Tatsache, dass Assange so stark mit Wikileaks in der Öffentlichkeit verknüpft wurde. "Das ist ja natürlich auch ein komplexes Thema: Also es ist der Versuch, diese Plattform aufzubauen, überhaupt Whistleblowern (...) Gehör zu verschaffen. All das war neues Terrain, das beschritten wurde. Und dass dabei Fehler passieren, ist verständlich. Wichtig ist, dass man dann aus diesen Fehlern lernt", sagte er.

Zeitgleich begrüßt Domscheit-Berg die Vorstöße der EU, Whistleblower besser zu schützen: "Wir sind ja hoffentlich soweit, in der Gesellschaft, dass wir anerkennen, wie wichtig diese Menschen für uns sind, wie wichtig es ist, dass wir gerade in einer so komplexen Welt wie heute, Fehler früh erkennen und auch zulassen, dass wir darüber informiert werden, und dann dementsprechend diese Fehler korrigiert werden können." Dabei sei es der bestmögliche Schritt, das nicht einer Plattform zu überlassen, sondern es ordentlich zu regulieren und Gesetze bereitzustellen.

Assange war am Donnerstag nach fast sieben Jahren Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London von der britischen Polizei festgenommen worden. Kurz darauf erhob das US-Justizministerium den Vorwurf der Verschwörung gegen den Aktivisten. Er habe sich mit der US-Whistleblowerin Chelsea Manning zusammengetan, um in ein Computernetzwerk im Pentagon einzudringen. In der Folge wurden Zehntausende streng vertrauliche Regierungsdokumente durch Wikileaks enthüllt.

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