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Computer-Spiele - Der Battle um Battle Royale

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Das Genre Battle Royal ist das neue große Ding in der Games-Branche. Millionen Fans sorgen für Milliardenumsätze - sogar Fußballstars feiern Tore mit Anspielungen auf PUBG und Co.

PUBG-Computerspiel-Turnier in Berlin
Was eine Show: ein PUBG-Turnier in Berlin. Quelle: reuters

Einhundert Spieler sind gleichzeitig online, springen über einer Insel mit Gleitschirmen ab, auf der Jagd nach Ressourcen und Waffen - also natürlich nicht sie selbst, sondern ihre Spielfiguren, ihre virtuellen. Ziel ist, als einziger zu überleben. Die Karte wird dabei immer kleiner. Wie eine Schlinge, die sich zusammenzieht, schrumpft der Radius, in dem sich die Spieler bewegen können und zwingt sie zueinander. Ein denkbar einfaches Spielkonzept, das in kürzester Zeit immense Erfolge feierte und die Branche gerade nachhaltig verändert.

Szene aus "PlayerUnknown’s Battlegrounds"
Spielszene aus "PlayerUnknown’s Battlegrounds" Quelle: pubg.com

Erfunden hat es der Ire Brendan Greene, unter dem Pseudonym PlayerUnknown bekannt, mit seinem Spiel "PlayerUnknown’s Battlegrounds", PUBG abgekürzt. Greene erklärt sich den Erfolg dieser Battle-Royale-Spiele so: "Ich glaube, dass es die Freiheit ist, die wir unseren Spielern bieten. Es gibt keinen richtigen Weg, zu spielen. Du kannst Dir eine Bratpfanne schnappen, in Deiner Unterwäsche umherlaufen und so versuchen zu gewinnen, wenn Du magst", sagte er. "Ich glaube, PUBG ist ein ziemlich solider Shooter, aber der Spielverlauf ist jedes Mal ein anderer. Dieses Element zieht die Leute an. Wenn nur noch zehn Spieler übrig sind, gibt es einen echten Adrenalinschub, weil Du nie weißt, was Dich erwartet", so Greene weiter.

PUBG und Fortnite drängen in eSport

Wie schon Minecraft oder Counterstrike zuvor ist auch PUBG die Idee eines Hobby-Entwicklers, die ein Millionenpublikum fand und erst später kommerziell vertrieben wurde. Das Spielprinzip von PUBG wurde kurzerhand vom Branchenriesen Epic Games ("Unreal Tournament", "Gears of War") kopiert und mit "Fortnite Battle Royale" bunter und inzwischen auch deutlich erfolgreicher umgesetzt. Obwohl diese Variante in der Anschaffung kostenfrei ist und sich nur durch Kleinstbeträge für kosmetische Verbesserungen finanziert, soll Epic Games innerhalb eines knappen Jahres bereits eine Milliarde US-Dollar Umsatz gemacht haben.

Die Videospiel-Messe E3 steht ganz im Zeichen eines Spielmodus für Shooter: Battle Royale ist bekannt aus den zwei Action-Games PlayerUnknown’s Battlegrounds und Fortnite. Wir haben PlayerUnknown, den Erfinder des Phänomens, in Los Angeles getroffen.

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Inzwischen wird Epic Games von der koreanischen Firma, die Greenes Hobby-Entwicklung gekauft hat, verklagt. Beide Spiele drängen dazu mit Nachdruck in den lukrativen eSport-Bereich, den Markt der professionellen Computerspiel-Wettbewerbe also. Beim PUBG Invitational in Berlin sind diese Woche insgesamt zwei Millionen US-Dollar zu gewinnen. Epic Games unterstützt Fortnite in der kommenden Saison sogar mit insgesamt 100 Millionen Dollar.

Neymar feierte Tor mit PUBG-Jubel

Doch es gibt auch Kritik an den Spielen. So ist Fortnite bei Jugendlichen unter 16 Jahren sehr beliebt und auf den meisten Plattformen auch für junge Zielgruppen freigegeben. Elemente wie Bratpfannen als Waffen oder lustige Tänze, mit denen der Sieger die Verlierer verhöhnen kann, können auch als Verharmlosung verstanden werden. Greene widerspricht der Kritik. "Es gibt so viele Studien, die zeigen, dass es keine kausale Verbindung zwischen Gewaltspielen und Gewalt im echten Leben gibt," erklärt Greene. "Das eine ist ein Videospiel, das andere nicht. Und die Wissenschaft belegt, dass es da keine Verbindung gibt. Wenn ich also ein Videospiel entwerfe, kommt mir Gewalt nicht in den Sinn. Ich entwerfe ein Spiel, damit Leute Spaß damit haben."

Dass PUBG diesem Anspruch gerecht wird, würden wohl Millionen Spieler bezeugen. Beide Spiele, PUBG und Fortnite, haben jedenfalls innerhalb eines Jahres geschafft, was kaum einem Videospiel gelingt: fester Bestandteil der Popkultur zu werden. Der französische Nationalspieler Griezmann feierte sein Tor im Finale der Fußball-WM mit einem Tanz aus Fortnite, während der Brasilianer Neymar nach einem Tor im Januar eine Geste aus PUBG imitierte. Als Dankeschön bekam Neymar ein Autogramm von  Greene - nicht andersherum. Ein Autogramm auf einer Bratpfanne.

In der Schule hat so mancher für seinen Abschluss Nachhilfe gebraucht. Inzwischen gibt es das auch für Computerspiele. Auch weil die eSports-Branche in den letzten Jahren gewachsen ist.

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