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Positiv-Beispiel Salzburg - Das Drama um die Sozialwohnungen

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In Deutschland ist bezahlbarer Wohnraum flächendeckend knapp. Es fehlen über eine Million Sozialwohnungen. Die österreichische Stadt Salzburg zeigt, dass es auch anders geht.

In Deutschland fehlen über eine Million Sozialwohnungen. Menschen mit kleinem Einkommen finden oft keine bezahlbare Bleibe mehr. Das Problem hat längst auch selbst kleinere Städte erreicht.

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28 min
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Wie in Deutschland sind auch in Österreich die Mieten drastisch gestiegen. Dennoch: Dort gibt es nicht einmal in den Großstädten einen Mangel an Sozialwohnungen, denn dort ist das System anders organisiert als in Deutschland. Die Regel: Einmal Sozialwohnung – immer Sozialwohnung. Die Mieten sind günstig, denn die Stadt berechnet nur die Betriebskosten und den Erhalt des Gebäudes. Das führt dazu, dass in vielen neuen Gebäuden die Mieten nach einer Weile sogar noch einmal sinken.

Stadion wird zu Wohnraum

In Salzburg etwa möchte man auch die Mittelschicht mit günstigem Wohnraum versorgen. Im ehemaligen Stadion des Fußballvereins Austria Salzburg entstanden viele preiswerte Wohnungen. Salzburgs Vize-Bürgermeisterin Anja Hagenauer sagt:

"Ein Stadion besteht ja nicht nur aus dem Fußballfeld, sondern auch aus den Tribünen. Und zwei davon sind neu gebaut: Einerseits geförderter Mietwohnbau, auf der anderen Seite mit Veranstaltungssaal und Seniorenzentrum. Da drin sind 80 Wohnungen, die wirklich auch zu einem guten Preis zwischen sechs und acht Euro vermietet sind."

Salzburg motiviert Eigentümer zum Vermieten

In Salzburg geht man zudem gegen verlassene Wohnungen vor: Weil 3.500 Wohnungen leer stehen, will die Stadt gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft GSWB Eigentümer zum Vermieten motivieren: "Wir übernehmen die Risiken und Scherereien und erhoffen uns, so Wohnungen zu mobilisieren, die sonst nicht vermietet werden", sagt Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. Denn die Befürchtung, die Miete nicht zu erhalten oder am Ende des Mietverhältnisses eine völlig desolate Wohnung zurückzubekommen, schrecke viele Eigentümer ab.

"Der Vermieter macht mit unserem Modell zwar bei der Miethöhe Abstriche, er bekommt aber die Sicherheit, dass er verlässlich die Miete erhält und bei der Rückgabe kein Risiko von Beschädigungen hat", ergänzt GSWB-Direktor Christian Wintersteller.

Günstige Mieten werden vorgeschrieben

Konkret werden Mieten in der Höhe von 80 Prozent des ortsüblichen Preises (je nach Lage acht bis 12 Euro pro Quadratmeter) vorgeschrieben. Einen Großteil davon erhält der Vermieter, mit den übrigen zehn Prozent sollen Mietausfälle kompensiert oder die Reparatur eventueller Beschädigungen finanziert werden.

Die gesamte ZDFzoom-Doku "Das Drama um die Sozialwohnungen" sehen Sie oben im Video oder heute um 22:45 Uhr im ZDF.

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